Dantes Inferno

Wenn rohe Winde ziellos walten....

18. November 2004 « zurück zum Kalender » 5. Dezember 2004

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Sonntag
28. November 2004

Lukas:
2 Jahre
Caterina:
3 Monate, 6 Tage
  zwischen Wham und FFM

Für den heutigen Tag benötigten wir schon eine gehörige Portion Elternhumor. Elternhumor deshalb, weil wohl nur solche es lustig finden, wenn Luke in der heikelsten Phase im ICE anfängt zu pinkeln oder bei Käthe die Windel platzt. Galgenhumor wäre auch ein passender Ausdruck...

Der Tag begann ganz friedlich. Pünktlich um 07:03 schallte es aus dem Bett neben uns "Mama Monika, Papa John" (Ja, mittlerweile gibt es auch Mama Monika), und pünktlich um 07:33 hatte Luke seine Milch leergezogen. Die dann folgende kurze, aber prägnante Diskussion möchte ich der werten Leserschaft nicht vorenthalten:

"Dein Sohn möchte mehr Milch."

"Dann geh doch die Milch holen, schließlich trinkt Deine Tochter gerade meine Milch, und dann gehe ich nicht noch nebenher meinem Sohn Milch holen."

Die Personen habe ich nicht näher benannt, vielleicht kommt der eine oder andere auf die Rollenverteilung.

Jedenfalls sind wir nach kurzer Zeit beide aufgestanden, um ca. 07:45, weil alles andere ja eh keinen Sinn gemacht hätte. Dann haben wir nett gefrühstückt und einen schönen Spaziergang zum Bahnhof gemacht, um die vorher bestellten Sitzplatzreservierungen abzuholen. Völlig überflüssig, wie sich später herausstellen sollte, aber dazu kommen wir dann noch. Dann waren wir noch am Haus, haben uns in Ruhe alles angeschaut, und es sieht wirklich schon sehr schön aus. Das Elternbad nimmt langsam Formen bzw. eher Farben an (siehe Haus), die Rohre für die Wärmepumpe sind bereits angeschlossen und unten sind bereits der Gang und die Küche sowie das Gästeklo gefliest. Und die Kellerküche ist auch schon da.

Naja, nach einem leckeren Mittagessen und einem ausgedehnten Mittagsschlaf sind wir also zeitig zu unserer Rückfahrt aufgebrochen. Und dann begann das Unglück. Naja, nicht direkt, erst kurze Zeit später, als wir an der Donnersberger Brücke in die S-Bahn nach Pasing einsteigen sollten. Leider für die S-Bahn nicht nach Pasing, also standen wir 3 Minuten später irgendwo in der münchner Pampa. Zum glück haben wir dann direkt eingesehen, dass es keinen Sinn macht, zu hetzen, denn den Zug in Pasing hätten wir nie und nimmer bekommen. Zumal heute ALLE Rolltreppen (ausser denen in FFM) kaputt waren und wir also Sack und Pack die Treppe tragen mussten und das auch jedesmal viel zu unser guten Laune beigetragen hat.

Am Hauptbahnhof stand dann zum Glück schon ein ICE2 nach Würzburg, mit dem schönen 2er Kinderabteil mit Klettergerüst, und dann war die Fahrt eigentlich ganz angenehm. Luke hat sich mit uns ein heißes Windelwerf-Duell geliefert (es war eine saubere Windel) und Cate hat eigentlich die ganze Zeit gespachtelt. Sie hat allerdings auch vorher lange geschlafen. Dann bin ich mit Luke Windel wechseln und Wurst (= Frankfurter Würstchen) einkaufen gegangen, und beim Windeln wechseln fand er es dann sehr lustig, mit runtergelassenen Hosen und ohne Windel auf die ersteren zu pinkeln. Meine Ausrufe fand er zwar lustig, sie haben ihn aber nicht zu einer wesentlichen Verhaltensänderung veranlaßt... Der Schaffner im Dienstabteil fand es übrigens anscheinend auch lustig, denn er hatte ein sehr breites Grinsen im Gesicht, also ich dann Luke mit Rennstreifen am Gesäß vorbeigeschoben habe, "Wurst einkaufen".

Auf dem Kinderabteil also fliegender Wechsel, einmal die komplette Garnitur durchgetauscht und dann ging der Spaß weiter. Cate, nach 2 Seiten Milchschnitte anscheinend auch mal satt, lag geraume Zeit grinsend bei mir im Arm (sie grinst jetzt immer öfter und vor allem auch, wenn man sie anspricht), bis plötzlich etwas wie ein Schatten über ihr Gesicht zog. Ihre Miene verdunkelte sich für einen Moment, und schon erschütterte ein Beben der Stärke 8,9 auf der nach oben bei 7,0 begrenzten Skala den Raum, orkanartige Böen ließen die Vorhänge ausschlagen und eine deutliche olfaktorische Verwerfung im Raum-Zeit-Gefüge des Kleinkindabteils nahm ihren unabänderlichen Lauf. Kurze Zeit später hielt auch ich es - also sie - nicht mehr aus und wir entschlossen uns zu einem schnellen chirurgischen Eingriff zur Wiederherstellung der Atemluft. Allein, die durch obigen Ausbruch verursachten Folgen wurden mit jeder Schicht, die wir von unserer Tochter mit spitzen Fingern pellten, immer schlimmer. Schlussendlich lag sie nackt auf dem Sitz, und als sie dann NICHT pinkelte, war ich in der Tat sehr erstaunt... Damit fand also die zweite Garnitur Kinderklamotten den Weg in den Dreckwäscherucksack...

Der Rest der Reise verlief dankbarerweise ohne weitere wesentliche Zwischenfälle, vielleicht nur der enorme Rülpser bei der Anfahrt auf Frankfurt Süd sollte erwähnt werden, der aus den ca. 35 im Gang stehenden Passagieren ein schallendes Lachen entlockte.

Lukas benutzt übrigens seit neuestem die Wörter "Papi" und "Mami", allerdings nur sehr vereinzelt, und seit heute benennt er Frau und Mann. Das geht dann wie folgt: Er steht zum Beispiel im Gang, zeigt auf eine Frau und sagt "Frau". Dann zeigt er der Frau seine Flasche und sagt "Frau Milch" oder "Frau Mama Monika" oder "Frau tüt tüt" (wenn er vorbei möchte). Geht auch mit Mann ("Mann Pferd!"). Caterina wird derweil auch immer wacher, folgt einem mit ihren Blicken und lächelt, wenn man sie anspricht.

Kamin im Abendlicht Waffelnbacken mit Papa John Probieren, ob es schmeckt "Papa, supa" Luke auf seinem Laufrad Eine Menge Plastik im Boden...
...geht in diesen Schacht... ... in dem es dann so aussieht... Herman und Luke inspizieren die Baustelle Die Küche im Keller Kinderbad Elternbad
Luke macht schon mal weiter Badewanne

Elternbad Süd-Ostseite

Im Schlafzimmer Das Mosaik für die Dusche im Kinderbad Moni und Luke im Zug
         

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