Dante II

Von einem der Auszog, ohne Windeln von MUC nach FRA zu fahren

19 Dezember 2004 « zurück zum Kalender » 30. Dezember 2004

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Mittwoch
22. Dezember 2004

      Zwischen Fulda und Kassel

Wie man am Ort sieht, sind wir mal wieder im Zug. Da wir uns in letzter Zeit häufiger im Zug befinden, sich demnach auch die Hälfte unseres Lebens im Zug abspielt, nehmen die Zuganekdoten ein selbst für uns erschreckendes Ausmaß an. So here we go again:

20. Dezember: Wo wir dann alle so schön zusammen waren, haben wir dann auch gleich eine vorweihnachtliche Bescherung gemacht. Lukas hat eine Holzeisenbahn geschenkt bekommen und war den ganzen Abend nicht mehr ansprechbar, zumal in dem Set zwei Lokomotiven mit Original-Lokomotiv-Geräuschen waren, und er vermutlich auch deswegen den ganzen Abend nichts mehr gehört hat!

21. Dezember: Am Dienstag steht die gesammelte Bagage um 06:45 auf, um mit der Bahn nach Frankfurt zu fahren. Wir schaffen es ohne nennenswerte Rennerei zum Zug, und auch die Fahrt nach München verläuft trotz Umsteigerei reibungslos. In München dann beginnt das Ungemach. Der Zug, der um 07:55 losfahren sollte, steht um kurz nach 08:00 immer noch auf dem selben Fleck. Um 08:10 kommt dann die Durchsage, dass der Zug ca. 5 Minuten später losfahren müßte, und dann um 08:20, dass der Zug gar nicht mehr fährt und Reisende nach Frankfurt doch bitte in den um 08:26 fahrenden Zug, der ca. 10 Gleise entfernt steht, einsteigen sollen. Also Kinder anziehen, Gepäck wieder rauswuchten, und dann im Schweinsgalopp durch den halben Bahnhof, um dann immerhin in einem ICE 3 nach Mannheim zu sitzen. Dort allerdings fällt dann nach einer Weile auf, dass Lukas komisch müffelt. Allerdings gibt es ein Problem: Es gibt keine Windeln. Moni, normalerweise die Windelbeauftragte, hat heute morgen, da ich die Tasche neu packte, auch irrigerweise angenommen, ich würde den Tascheninhalt auffüllen, während ich den Tascheninhalt aber nur optimiert neu gepackt habe, ohne dem Inhalt weitere Aufmerksamkeit zu widmen. Wie dem auch sei, die Windel war voll, die Tasche leer, und es stank zum Himmel. Mein heldenhafter Versuch, aus der Windel das Letzte rauszuholen (wörtlich zu nehmen) und sie noch einmal einsatzfähig zu machen, war nicht wirklich von Erfolg gekrönt, und zum Glück war dann ab Stuttgart noch ein anderes Paar mit Kind im Zug, die uns aushelfen konnten (ich bin sogar zwischendurch den Zug entlanggelaufen und habe alle Reisenden mit Kindern nach Windeln gefragt. Leider sind anscheinend alle Kinder zwischen 1 und 12 Jahren trocken (außer unsere), denn niemand hatte Windeln dabei). Cate ist dann auch noch irgendwann explodiert, aber das war dann auch egal.  Luke ist dann übrigens Mangels Mittagsschlaf dann noch vollkommen ausgerastet und hat den ganzen Zug zusammengebrüllt, und Moni sind auf ihrer Odyssee nach Niederrad zur Osteopathin auch noch ein paar lustige Dinge passiert...

Zum Glück waren wir dann ja nur eine halbe Stunde verspätet, denn bei einer Ankunft in Frankfurt um 13:08 und meinem Meeting um 14:00 blieben mir ja noch satte 52 Minuten, um vom Bahnhof mit Gepäck nach Hause zu kommen, dort meine bekotzte und nach Kacke stinkende Hose sowie das weißgefleckte Poloshirt auszuziehen und dann wieder im Anzug ins Büro zu kommen. Hat dann auch funktioniert, dafür habe ich dann nach Schweiß statt nach Kacke gestunken...

22. Dezember: Heute hatten wir auch wieder ein tolles Zugerlebnis. Pünktlich um 14:15 standen Moni und ich in der U-Bahnstation Merianplatz, um zusammen den Luke von der Kita abzuholen und dann eine knappe Stunde Zeit zu haben, den Zug zu erreichen. Leider stellte sich 7 Minuten später heraus, dass die vor 7 Minuten für in 7 Minuten angekündigte U-Bahn ersatzlos entfiel. Ich also los, Luke zu Fuß abzuholen und dann mit den zu diesem Zeitpunkt noch fahrenden Bahnen der Gegenrichtung zum Bahnhof zu fahren. Kaum bilden sich die ersten Schweißtropfen auf meiner vom eisigen Wind gekühlten Stirn (es wurde schließlich langsam eng) ruft Moni an, dass aufgrund eines Triebwerk-, Stellwerk- oder sonstigen Schadens überhaupt keine U4 mehr fuhr, also bin ich noch einen Zahn schneller zur Kita gelaufen, Moni derweil mit Rücksack, Tasche, Kinderwagen, Käthe und der Carrera-Bahn wieder hoch an die Oberfläche. Netterweise hat ein Türke seine Hilfe angeboten, ihr die Sachen mit hochzutragen, und sich auch nicht von der blöden Kuh ablenken lassen, die Moni noch zuzischte, dass es sich doch um einen Ausländer handele und man da doch vorsichtig sein müsse. Ich bin derweil mit Luke auf den Schultern von der Kita Richtung Merianplatz gelaufen, wo Moni bereits mit dem Taxi wartete. Um es kurz zu machen: Wir haben den Zug dann doch noch erwischt, und da Lukas ausgeschlafen ist, ist es bis anhin eine extrem angenehme Zugfahrt, obwohl wir nur ein einem ICE 1 sitzen und es kein echtes Kleinkindabteil gibt.

Die beliebtesten Wörter derzeit: Patalieren (für reparieren), Bitabong (für biberon) und Schafter (für Schaffner). Ach ja, und natürlich "Milch einkaufen" und "Milch eingekauft" (im Zug sehr beliebt). Cate hat übrigens die letzten Nächte regelmäßig von 24:00 bis 06:00 geschlafen. Es gibt also noch Hoffnung

 
Vorweihnachtsstimmung im Hause Steininger Lukas mit der neuen Lok

Cate hat Spaß

hat Spaßbeim Fondue Familie vor Kamin

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