Dallas, TX

Eine amerikanische Hochzeit und ein Tag in Cedar Creek

08. Januar 2006 « zurück zum Kalender » 20.01.2006

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Samstag
14. Januar 2006

    Dallas, Texas

Eine Woche Urlaub - ohne Kinder! Wir waren eingeladen auf eine Hochzeit von Freunden in Dallas, und nachdem Uli und Silke sich ohne Nachzudenken bereit erklärt haben, die Kinder zu nehmen, sind wir also hingefahren. Ein sehr langer Flug, über Charlotte, Ankunft um 21:00 Ortszeit in Dallas im gerühmten "The Adolphus", das auch tatsächlich so nett ist wie auf den Bildern, und dann waren wir auch sehr schnell im Bett (immerhin gegen 04:00 GMT).

Dallas by night sah gar nicht mal so schlecht aus, Hochhäuser, bunt beleuchtet, Skyline etc., also alles da. Dieser Eindruck wurde dann allerdings etwas revidiert, da Dallas by day gar nicht mehr so spannend ist. Downtown ist ziemlich runtergekommen. Die Stadt besteht zur Hälfte aus Parkplätzen - das muss man sich mal vorstellen: Da werden 200m Gebäude hingestellt, was man ja eigentlich auch nur macht, wenn der Grundstückspreis entsprechendes hergibt, aber jedes zweite Feld des Schachbrettes ist doch tatsächlich ein Parkplatz. Der kostet dann auch nur 6 USD am Tag, also nicht gerade das, was man sich unter einer extrem rentablen Geländenutzung in der Innenstadt vorstellt. Dafür stehen viele Geschäfte leer, und auf den Straßen ist erschreckend wenig los. Am Donnerstag haben wir uns auf die erste Runde durch die Innenstadt begeben, zu Fuß natürlich, und haben kaum Leute gesehen. An einem Wochentag. In New York oder wenigstens noch Chicago hätte man kaum gerade aus laufen können, selbst in Frankfurt ist um die Uhrzeit wenigstens die Zeil voll. In Dallas hätte man Golfbälle die Main Street hinunter schlagen können, und auch nicht mehr Leute getroffen als auf der Driving Range. Manche Ecken entpuppen sich dann wieder als ganz nett, zwischen den Skyscrapern gibt es auch immer mal wieder eingeschossige Lagerhäuser aus der (letzten) Jahrhundertwende, mit netten Gussstahlsäulen u.ä., siehe die Bilder. Dazu kommt dann natürlich der uramerikanische Gigantomanismus, und in Texas ist ja alles noch größer. Eine Werbung für ein SUV (Ford oder so): "Finally a truck big enough for Texas". Das Ding hatte ca. 24 Räder, vermutlich über 500 PS und so weiter. Dallas selbst heißt ja auch "Big D". Bescheidenheit ist eine Zier usw. Entsprechend sind auch die Straßen ausgelegt. Ein 8-spuriger Autobahnring umgibt die Innenstadt, teilweise 3-fach übereinander gestapelt. Unglaublich anzuschauen.

Bei unser Ankunft wurde uns übrigens auch mitgeteilt, dass das Hotel überbelegt sei, und wir nicht in unser Zimmer könnten. Dafür wurde uns der Teil einer Suite angeboten mit einem Faltbett, allerdings war die Nacht dafür umsonst und wir haben statt eines Zimmers eine Junior Suite bekommen. Was allerdings mehr klingt als es ist, denn die Suite war im eigentlichen Wohnzimmer stockdunkel, und nur das Schlafzimmer war einigermaßen hell.

Am Samstag waren wir dann ein bisschen shoppen, und haben tatsächlich mal erfahren, was Service sein kann. Der nette Verkäufer hat sich bestimmt 2 Stunden mit uns herum geschlagen, uns unzählige Schläger probeschlagen lassen und wollte sogar noch meine Schläger fitten (umsonst). Habe ich aber doch erstmal gelassen, ich möchte den Sommer erstmal damit spielen. Danach waren wir dann noch in 2 Malls, aber die Lust wollte uns nicht so richtig packen, jedenfalls haben wir nix gekauft und waren auch schnell wieder draußen. Auf dem Rückweg sind wir dafür schön durch die Vororte Dallas' gegurkt, haben uns die klassischen amerikanischen Häuschen abgeschaut, nett mit Garagenauffahrten mit Basketballkorb etc. Teilweise sehr schön, und teilweise einfach monströs groß! Und alles aus Holz mit ein bisschen Pappe außen vor. Die Landhausstil-Häuser sind dann auch noch in Klinker verkleidet, der einfach außen draufgepappt wird.

Die Hochzeit selbst war sehr nett. Dabei ist ja die eigentliche Zeremonie recht kurz: Braut kommt rein, geht 7x um den Bräutigam rum (was schon recht lange dauert), danach verliest der Rabbi den Hochzeitsvertrag, dann werden die Ringe angesteckt und noch das Glas zertreten, dann ist fertig. Alles in allem vielleicht 30 Minuten, und Moni hat noch nicht mal geweint, was für mich persönlich ein absolutes Novum auf den gemeinsam besuchten Hochzeiten darstellt.

Montag waren wir dann noch auf dem Cedar Creek Golf Course südlich von Texas (es war sogar schon die zweite Golfrunde, aber die erste war erheblich weniger spannend). Sehr netter Kurs, allerdings furztrocken (der 4t-trockendste Winter in Texas seit Beginn der Wetteraufzeichnungen). Wir waren die einzigen Weißen auf dem Golfplatz, aber es war super nett, die Leute alle sehr freundlich und wir haben am 2ten Loch Clay und Ernesto aufgegabelt. Clay Mitte 50, breitester Südstaatenakzent, sehr lustig und so eine Art Ray Charles, Ernesto Anwalt, Mitte 20 und sieht aus wie Tiger Woods. Bei jedem verschobenen Birdie (!!!!)-Putt sang er einen Blues, wie schrecklich das Leben an sich und Golfspielen insbesondere ist, und Ernesto hatte einen Hook wie der gleichnamige Käpt'n. Wir hatten viel Spaß, allerdings war das auch die langsamste Runde meines Lebens. 5 1/2 Stunden MIT CART (!). Die Jungs haben sich aber auch Zeit gelassen.

Dienstag ging es dann schon wieder nach Hause, und am Mittwoch morgen konnten wir uns schon wieder durch die Kinder wecken lassen. Wie schön. Die Kinder waren auch sehr gut drauf, Cate wirkte allerdings ein wenig eingeschnappt, jedenfalls benötigte sie ein paar Tage, um wieder etwas lockerer zu werden.

Unser "Notfall"-Zimmer am ersten Abend Kein Notfall, so sieht Dallas immer aus. Auf der Zunge zergehen lassen: "Renaissance Tower" = Parkhaus! Es gibt auch eindrucksvollere Gebäude Zum Beispiel dieses Parkhaus (am Busbahnhof (ja, es gab einen))... ...oder diese knapp 24-spurige Brücke
Noch eindrucksvoller: JFK Memorial Im Vordergrund mal einer der besseren Parkplätze Ab und zu scheint mal was altes durch.     Tenison Glen Golf Course
Ja, das Gras war so gelb...   Wienerschnitzel. Worlds largest Hot Dogs(!) Diese Hüte haben wir geklebt.   Die Hochzeitsfeier fand im großen Ballsaal statt
Zwei Besucher... Nasher Sculpture Garden   Zugvögel halten Rast. Wo? Auf einem Parkplatz natürlich Cedar Creek Golf Course Mit Blick auf die Skyline
 
Von dieser Seite sieht Dallas nicht mehr ganz so hünsch aus. Grün beleuchtet   Der Paternoster in der Hotelgarage Von oben sieht man, wie es aussieht: Häuser, so weit das Auge reicht.  
         

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