Berlin, Berlin,...

... wir fahren nach Berlin

22. April 2007 « zurück zum Kalender » 05. Mai 2007

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Dienstag
01.05.2007

   

Frankfurt

Fast schon traditionell fahren wir zum 1. Mai nach Berlin, um uns mal wieder ein paar Idioten anzuschauen, die bierflaschenschmeißend durch die Gegend ziehen...

Vorher waren wir allerdings noch zum Abendessen im Dialogmuseum in Frankfurt. Sehr spannende Sache. Ein Essen in vollkommener Dunkelheit. Und vollkommen ist wirklich vollkommen. Uhren mit Leuchtziffern müssen (sollen) vorher abgenommen werden, Telefone ausgemacht werden, und dann geht es ab ins Dunkel. Ich habe dann mal irgendwann meine Uhr aus der Tasche genommen, weil ich wissen wollte, wann wir unseren Babysitter auslösen müssen (das Zeitgefühl kommt völlig abhanden), und war fast geblendet - unglaublich. Das durch die Bank ebenfalls blinde oder zumindest stark sehbehinderte Personal führt einen an seinen Platz (per Polonaise), wer unvorsichtig den Tisch oder Teller abtastet, langt auch schon mal in die Chicchoree-Blätter mit Gorgonzala-Creme, und das Wassereinschenken ist auch nicht mehr ganz so einfach. Die Finger-Rein-Methode ist zwar effektiv (und es sieht auch keiner :-), aber natürlich nicht für alle appetitlich. Rein nach Gehör kann man zwar gehen, aber auch hier vergergen sich Tücken bei phonetisch unbekannten Gläsern. Bleibt also, einfach öfter einzuschenken... Die ersten paar Minuten ist es allerdings ziemlich anstrengend für die Augen, man hat das Gefühl, dass die Pupillen auseinanderreißen, aber das Gefühl vergeht dann nach ein paar Minuten auch, und dann wurde es ein sehr angenehmer Abend. Das Essen war nicht wirklich aufregend, aber das Ganze Setting ist schon sehr spannend - kann man empfehlen.

Samstag also nach Berlin, nachdem Bert allerdings in Washington war und Johan in Hamburg, bot sich uns gewissermaßen nur eine Rumpfbesetzung, was, wie Bert es so ausdrückte, dem Erholungsgrad vermutlich nicht abträglich war :-) Dementsprechend haben wir den Samstag (wir waren ja erst gegen 13:00 in Berlin) auch nur im Garten verbracht (da war es auch noch warm genug), und sind am Sonntag ein bischen in der Stadt herumgebummelt, haben uns am Brandenburger Tor eine Breakdancevorführung angeschaut, im Holocaustmahnmal fangen gespielt (was natürlich absolut verboten ist, aber solange man Kindern unter 12 Jahren den Zutritt nicht komplett verbietet, wird sich dies genauso wenig bewerkstelligen lassen, wie die Leute daran zu hindern, auf diesen Dingern rumzuklettern), dann gab es eine lange Pause auf einem eigentlich recht unspektakulären Spielplatz mit einer recht spektakulären Schaukel, auf der es selbst der Käthe nicht wild genug zur Sache gehen konnte.

Danach sind Lotta, Luke und ich noch in eine Kletterhalle gegangen, und nach ein wenig rumgekraxel im Boulderpark (Boulder = engl. Felsen, in der Regel wenige Meter hohe Felsen, auf denen man ohne Sicherung herumklettert, weil man von da noch runterspringen kann, in der Halle sind dicke Weichmatten ausgelegt), wollten die Kinder dann hoch hinaus. Also haben wir noch ein paar Gurte ausgeliehen (für Luke gab es statt des üblichen Hüftgurtes einen Ganzkörpergurt), uns los gings. Lotta ist auf Anhieb Routen bis 4+ geklettert, als sie dann die schwierigeren hoch wollte, ist ihr allerdings ein wenig die Kraft ausgegangen, und sogar Lukieman ist auf den leichten Routen (3) bis nach oben geklettert. Es gibt allerdings leider nur sehr wenige 3er-Routen, die große Griffe und einen geringen Griffabstand haben, denn Luke hatte eher das Problem, dass er an den nächsten Griff mangels Armlänge gar nicht erst rankam - Lotta hat da natürlich etwas weniger Probleme. Aber die beiden waren wirklich super, keine Höhenangst! Abseilen hat bei Lotta hervorragend geklappt, bei Luke zwar auch, aber er ist dann eher mit runtergeklettert und hatte noch nicht so richtig das Vertrauen in den Gurt, aber nun ja, er ist ja auch erst 4 1/2 Jahre alt... Spaß gemacht hat es jedenfalls beiden (wollten auch am nächsten Tag wieder hin), und mal sehen, vielleicht beim nächsten Mal.

Tja, am Montag kam dann auch Bert zurück, Lotta, Luke und ich haben ihn am Flughafen in Tegel abgeholt, und am Nachmittag sind wir dann an Panke und Spree entlang in die City geradelt, zu einem sehr netten Biergarten im Tiergarten..

Tja, und heute ging unser Urlaub in Berlin auch schon zu Ende. Eine kleine Radtour noch in der Stadt, ein Mittagessen im Prater auf dem Prenzelberg (war aber keine Demo mehr da), und dann ging es auch schon gen Heimat, im mit Sicherheit ranzigsten Abteil, dass ich bisher gesehen habe. Um zu verhindern, dass die Kinder mit Socken auf den Boden treten, habe ich das Spiel lanciert, dass man den Boden nicht benutzen darf. Hat auch größtenteils geklappt. Muß wohl einer der letzten noch nicht renovierten ICE 1 gewesen sein...

Eigentlich wollte ich ja noch einen eigenen Tagebucheintrag für Cate erstellen, benannt "Zicke", aber nachdem ich dazu nicht gekommen bin, bringe ich es jetzt einfach hier unter. Allerdings ist es mittlerweile auch bereits 23:30, daher wird es ggf. etwas kürzer ausfallen. Madame ist im Moment zwar sehr süß, aber auch manchmal sehr anstrengend. Wenn etwas nicht nach ihrer Nase geht, hat sie keine Probleme damit, sich auf den Boden zu werfen (möglichst noch auf einen Haufen Hundescheiße, wenn sie einen finden kann), den Hintern in die Höhe zu strecken und so zu jammern, dass sich letztens im Zug sogar ein Polizist (!) erkundigt hat, was denn das arme Kind hätte. Als Moni ihm dann erklärte, dass sie dem armen Kind gesagt hätte, es wäre nicht in Ordnung, seinem Bruder das Auge herauszupiksen, um 5 cm näher an der Auslage mit den Keksen im Zugbistro zu stehen, meinte er noch "na dann viel Spaß noch" und nahm noch einen Schluck... Diese Szenen gibt es in beliebiger Wiederholung an beliebigen Orten, sei es nun am Pfandautomat im Supermarkt (sie durfte nicht ihre Hand in die Tür stecken), auf dem Zebrastreifen (sie mußte den Zebrastrefen verlassen, bevor der 35 Tonner ihn erreichte) oder an anderen lustigen Orten. Dafür macht sie sprachlich tatsächlich im Moment einen enormen Sprung. Ihr aktuelles Lieblingswort: "außerdem". Z.B. "Und außerdem hat der Lukas die Schienen kaputtgemacht [der Holzeisenbahn...]". Meistens kann man sie aber sehr gut überlisten, wenn man ihr eine Alternative anbietet, und diese dann aber selbst isst (meistens geht es eben doch ums Essen). Zum Beispiel: Cate will "x" ("x" = Eis, Zahnputzkaugummi, Schokolade, Apfelsaftschorle, Lukes Rad oder das dreckpanierte Bonbon von letzter Woche, das noch unten im Kinderanhänger rumlag). Wird dann meistens mit der Begründung "y" ("y" = zu dreckig, nichts mehr da, schon 3 gehabt heute, letztes annehmbares T-Shirt im Kleiderschrank, einfach zu anstrengend) abgelehnt. Da wir ja gar nicht so sind, wird dann meistens Alternative "z" vorgeschlagen ("z" kann zum Beispiel sein Apfel, Karotte, Reiswaffel, Wasser, Aufenthalt im Kinderwagen, in seltenen Fälle sogar Schnuller), die aber mit "Ich will das nicht" abgelehnt wird. Und dann kommt der Trick: Wenn man die Alternative dann anderweitig vergibt (also selbst essen zum Beispiel), dann wird auch die Alternative ganz schnell attraktiv, und schwupps ist (meistens) Ruhe.

Cate:

* Wenn Du das mal liest und noch keine Kinder hast: Komm Du in unser Alter / Situation, dann wirst Du es verstehen

* Wenn Du schon Kinder hast: Nimm Dir ein Beispiel dran :-)

Tja, Luke entwickelt sich derweil ebenfalls fleißig weiter (macht aber etwas weniger Streß, meistens jedenfalls). Er macht große Fortschritte beim Malen (siehe z.B. das Bild vom Osterhasen), malt Personen, Lokomotiven, erste Tiere und vor allem natürlich auch Raumschiffe, Gestern (auf dem Weg zum Flughafen) meinte er übrigens, er möchte gerne Pilot werden. Ich habe ihm gesagt, er solle sich mal mit Tom unterhalten, was man denn da so machen müsse, der sei ja schließlich Pilot und könne ihm alles ganz genau erzählen. Mal sehen, ob er darauf zurückkommt.

Was ihn da so schockiert? Cate ist etwas lädiert Dinoangriff im Hauptbahnhof     Kirschblüte in Berlin
KIrschblüte auf Lutscherhand Egal, Spaß macht es trotzdem     Holocaust-Mahnmal mit Brotzeit
  Lotta macht Artistik Luke auch (unten links...)   In der Kletterhalle  
 
  Das Bild hat Lukas gemacht leider etwas unscharf)   So lecker sehen Katrins Kuchen aus Großer Bahnhof in Berlin  

Eisbilder...

In der S-Bahn zum... ... Spielplatz an der Museumsinsel
       
Schöner Sandhaufen Gruppenbild mit Nichte        
       

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