2013-07-23 Patmos

Hochzeit auf Patmos - 6 Tage ohne Kinder, die mangels liquider Mittel und Kraft Segelkurs bei Uli und Silke in Gevelsberg waren (zusammen mit Johan und teilweise auch Lotta, die ebenfalls in Gevelsberg waren).

An einem Dienstag ging es los, Moni und ich sind alleine nach Athen geflogen, und auf dem Hinweg hatten wir gleich eine besondere Begegnung - aus dem Flugzeug konnte man Feldkirchen-Westerham sehen! In Athen haben wir dann schnell das Hotel bezogen und dann die Stadt erkundet. Ich bin beeindruckt, wie sauber Athen war, und wie viele Franzosen dort herumgelaufen sind! Dazu gab es natürlich noch ein paar Geocaches und wir sind viel durch die Stadt gelaufen. Das Hotelzimmer war übrigens sehr phantasievoll gestaltet und sah sehr nett aus!

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Mittwoch, 24.07.2013. Am Mittwoch waren wir dann natürlich auch auf der Akropolis (darf ja nun nicht fehlen) und sind noch ein Weilchen durch die Stadt gelaufen, bevor es gegen 17:00 Uhr mit der U-Bahn nach Piräus gefahren sind. Die Fähre war ein riesiges Ding, mit 5 (!) Parkdecks, in die die Trucks ihre großen Hänger reinzirkelten, und ca. 2000 Passagieren. Da die Fähre um 19:00 Uhr losfahren und gegen 04:00 in Patmos ankommen sollte, hatten wir keine Kabine gebucht, sondern haben uns einfach auf das Oberdeck gesetzt, dort in den Sonnenuntergang geschaut und ab und zu ein neues Bier (resp. einen neuen Kaffee) geholt. Wahrlich romantisch. Ab 02:00 Uhr wurde es dann aber auch etwas zäh, und wir waren froh, als wir um ziemlich genau um 04:00 Uhr wirklich auf Patmos ankamen, dort abgeholt wurden und dann relativ schnell ins Hotel kamen.

Donnerstag, 25.07.2013, Tag 1 auf Patmos. Nachdem wir bis immerhin 10:00 Uhr geschlafen haben, gab es ein kleines Frühstück, bevor wir uns einen Roller geliehen haben und erst einmal den Norden der Insel erkundet haben. Das Ziel: Der kürzlich veröffentlichte Cache "Dead Sea" (warum auch immer der so heißt), führte uns an das östlichste Ende der Insel. In der dort ebenfalls liegenden Kapelle wurden wir erst einmal von Elefterios empfangen, der die Kapelle sozusagen wartet (auch wenn keine regulären Gottesdienste dort stattfinden). Zuerst machte er eine Segnung mit uns, ohne weiter zu sprechen, aber dann stellte sich heraus, dass er auch Italienisch kann, und so verbrachten wir die nächste halbe Stunde bei ihm. Er hat uns eine Menge aus seinem Leben in Italien erzählt, von den Leuten, die regelmäßig zum 15. August (Maria Himmelfahrt) kommen aus allen Nationen, und uns noch ein paar Feigen und ein wenig Wassermelone aus seiner kleinen Küche kredenzt. Dann haben wir natürlich noch den wunderschönen in der Bucht liegenden Cache gesucht - und waren die Zweiten (Second to Find). Danach sind wir noch ein wenig auf der Nordhälfte der Insel rumgegurkt, haben ein paar kleine Strände und Buchten erkundet - und an einer Wasserquelle einen Herren getroffen, der gerade dabei war, ein paar Flaschen aufzufüllen. Wir haben ein bisschen geschnackt und festgestellt, dass der Herr (mit seiner Yamaha Virgo) normalerweise in New York lebt, aber jeden Sommer 5 Monate auf Patmos verbringt. Wie so diverse andere Leute auch, die wir auf Patmos getroffen haben. Womit auch immer die das finanzieren. Am Abend gab es noch ein besonderes Schmankerl. In der Stadt gab es einen "Fish Doctor", wo ein paar kleine Süßwasserkarpfen in zahlreichen Becken wohnen und man für 10 EUR 20 Minuten seine Füße reinhalten darf. Und dann kommen die Fische und fressen einem die Haut von den Füßen. Das ist vielleicht lustig. Moni hat ca. 10 Minuten benötigt, bis sie sich einigermaßen wieder einbekommen hat. Und natürlich wurden noch ein paar Schuhe gekauft.

Freitag, 26.07.2013: Jeannines Onkel von Kreta hat netterweise eine Bootstour für die ganze Hochzeitsgesellschaft gekauft, und so standen wir (naja, fast alle, ein paar Nachzügler gibt es immer) gegen 11:00 Uhr an der Delfin, um Richtung Arki und Marathi zu fahren. Eine schöne Badetour mit 3 verschiedenen Stops, 3 Tavernen und lustigerweise einem Cache, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte, der dann aber glücklicherweise doch noch auf der Route lag. Auf Marathi gab es nicht nur einen Cache an einer schönen Kapelle auf dem Hügel, sondern auch eine tolle Taverne mit leckerem Essen an einer tollen Bucht (und St. Pauli-Flagge). Die Rückfahrt war durch den zunehmenden Meltemi sehr lustig, wir wurden ordentlich durchgeblasen und durchgeschüttelt durch die doch recht ordentliche Dünung und auch ordentlich nass, wenn der Skipper mal wieder die Nase in eine Welle steckte (was man m.E. auch durchaus hätte vermeiden können....). Abends sind dann noch einmal nach Hora hochgefahren, wo wir mangels Bargeld (und mangels Restaurants, die Kreditkarten nehmen) allerdings NICHT essen konnten und dann doch in Skala am Hafen gegessen haben. In einem Restaurant direkt am Strand mit Tischen im Sand!

Samstag, 27.07.2013: Am Samstag sollte es, vor der Hochzeit, noch etwas Bewegung sein. Also sind wir am Morgen auf die südliche Halbinsel aufgebrochen, um einen der schönsten Strände (Psili Amos) zu besuchen und uns nicht auf dem direkten Weg dorthin zu begeben (2 km Fußmarsch), sondern einen kleinen Umweg über die Halbinsel zu machen.  Es war eine tolle Tour auf einem Wanderweg, den man meisten suchen musste (bzw. einfach wissen musste, in welche Richtung man gehen sollte) und so ging es über Stock und Stein, zwischen den Mini-Büschen hindurch erst einmal ordentlich bergauf. Oben erwarteten uns die üblichen halbwilden Ziegen und ein paar Schafe, auf dem Grat entlang und dann runter Richtung Bucht. Dieser Strand ist ein 500m Wunder, der Wind bläst in die Bucht und sorgt für Abkühlung (und viel Sand im Gesicht), und in der Taverne gab es natürlich erst einmal einen griechischen Salat und ein paar Souvlaki.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen kleinen Stop in Petra gemacht, wo ein großer Felsen am Ende des Strandes liegt, der schon im 10 Jahrhundert bearbeitet wurde mit zahlreichen Gräben (wofür auch immer die waren) und Stufen, um auf diesen Felsen zu kommen. Die Hochzeit selbst war in Hora, nicht im Kloster, aber doch nahe dran. Die Zeremonie fand im Stehen statt (keine Stühle in der Kirche - scheint dort Standard zu sein), und war dann zum Glück nicht ganz so lang, wie befürchtet. Wie schon bei Robi und Nahrin, war auch bei dieser orthodoxen Zeremonie die eigentliche Trauung (als solche bezeichnen wir mal die Ringübergabe) schon nach 15 Minuten erledigt. Mit der Trauzeugin, die die Ringe drei mal zwischen den Fingern von Braut und Bräutigam tauscht, und der ganzen Gruppe (2 Popen, Trauzeugin und Braut & Bräutigam), die drei mal um den Altar defiliert und den Popen, die das Meiste drei mal wiederholen. Nach einer knappen Stunde war die Trauung vorbei, und kurz danach kam dann schon die Taufe von Vincent. Lustigerweise fand hier ein wesentlicher Teil der Zeremonie direkt hinter der Tür statt, die Taufpatin, die auch schon die Trauzeugin war, musst erstmal zahlreiche Texte vorlesen (jeweils 3x), und irgendwann dann ging die ganze Gruppe rein, und nach weiteren Lesungen kam dann der ebenfalls von der Taufe von Florentine bekannte zentrale Teil (komplett ausziehen und dann ganz ins Wasser). Vincent fand das Ganze aber nicht so lustig und hat sich für eine Viertelstunde die Seele aus dem Leib geschrieen, aber irgendwann war auch das erledigt und es ging dann in einem großen Bus zum Restaurant. Dieses war einmal quer über die Bucht von Skala, ebenfalls direkt am Strand, und es gab neben griechischen Vorspeisen vor allem viel Wein / Bier und Fisch :-)

Sonntag, 28.07.2013: Den Sonntag haben wir dann naturgemäß etwas gemütlicher angehen lassen, dann aber natürlich trotzdem noch die Tour auf das Kloster gemacht (wenn man schon ein Weltkulturebene direkt vor der Tür hat). Als wir dort oben angekommen sind, war es unglaublich voll, wie wir dann festgestellt haben, wohl, weil gerade eine Messe zuende ging. Das Museum ist übrigens auch interessant, es enthält zahlreiche alte Schriften aus dem 11ten Jahrhundert und wundervolle Umhänge, die doch einen guten Eindruck geben, was hier seit der Gründung des Klosters im 10ten Jahrhundert los ist. Leider sieht man vom eigentlichen Kloster recht wenig (was natürlich auch nicht weiter verwunderlich ist, denn schließlich wohnen hier ja noch Mönche). Danach haben wir noch die Grotte des hlg. Johannes besucht, der hier angeblich eine Vision hatte und dann die Apokalypse aufschrieb. Daher der Name "Höhle der Apokalypse". Danach sind wir noch ein wenig auf der Insel rumgegurkt, haben noch einmal zwei Strände besucht zum Baden und waren Abends dann essen in Skala, zusammen mit Jeannine und ihrer Verwandschaft aus Kreta. Die Fähre kam pünktlich um Mitternacht, und wir waren sehr froh, diesmal eine Kabine zu haben. Und weil unsere Kabine 2+2 Betten hatte (von denen eigentlich nur 2 für uns hergerichtet waren), haben wir Jeannines Cousine Eleferia und ihren 5 Jahre alten Sohn (die mussten über Athen nach Kreta fahren) auch noch in die Kabine mitgenommen.

Montag, 29.07.2013: Am Montag hatten wir also noch einmal einen Tag in Athen, haben noch ein paar historische Stätten besucht und ein paar Geocaches sowie den Lykabetus Hill - leider aber nicht das Akropolis-Museum, denn das hat am Montag zu. Und wir haben beim Bummel durch die Stadt festgestellt, dass es durchaus auch noch ein paar Griechen mit Geld gibt - siehe das Bild mit den Schuhen....

Den Rest der Woche (bis Freitag) war ich dann noch im Büro, während Moni am Mittwoch nach Gevelsberg ist, um dort schon einmal bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Aber das ist eine andere Geschichte.