2015-01-31 Helgoland
Schon vor ein paar Wochen war klar, dass die Kinder am 2.2. schulfrei haben. Moni und ich haben lange geschaut, ob wir irgendwo in die Sonne fliegen könnten, aber es war nichts zu holen. Flüge von Mittwoch bis Mittwoch, die sehr viel Geld kosten, oder mit Ryanair zu schauerlichen Zeiten.

Also haben wir uns auf den alten Plan besonnen, dass wir schon lange mal nach Helgoland wollten. Und im Winter kann man relativ leicht ein Appartment buchen, und es gibt ein Kombiticket mit dem Schiff von Cuxhaven nach Helgoland, und mit dem Flugzeug von der Düne nach Bremerhaven. Gesagt, getan, alles gebucht.

Freitag saßen wir dann pünktlich um 13:02 im Zug und waren gegen 18:30 im Cuxhaven. Auf der Fahrt verlief alles glatt, allerdings benötigt man für die letzten km von Bremerhaven nach Cuxhaven so lange wie von Frankfurt nach Fulda - für ein 5tel der Strecke. Aber egal, irgendwann war auch das geschafft und wir sind mit unserer Karavane zum Havenhostel gefahren. Glücklicherweise habe ich vorher noch die von Moni rausgelegte Kleidung um 80% reduziert, sonst hätten wir in Cuxhaven noch den örtlichen Kameltreiber engagieren müssen. Und vermutlich die Hälfte des Gepäcks auf Helgoland lassen müssen...

Abends haben wir bei einem netten kleinen Restaurant am Cuxhavener Fischhafen gegessen (ein Portugiese), ein bis zwei Dosen gesucht und uns anschließend im wirklich sehr kargen Zimmer zur Ruhe gelegt.

Samstag dann Frühstück, Trek zur "alten Liebe" und einschiffen auf das "Funny Girl", pünktlich gegen 10:30 stachen wir in See. Es gab kaum Dünung, und so war die Fahrt zwar kalt (drinnen konnte ich nicht sitzen - so wenig Dünung war dann auch wieder nicht), aber recht angenehm. Um 13:00 Uhr konnten wir schon wieder den Fuss auf festen Boden setzen, und Helgoland lag vor uns. In seiner ganzen Breite und Länge (also 3x2 km...). Den ersten Cache (hatte ich schon daheim gelöst) konnte ich schon auf dem Weg vom Hafen zum Hotel einsammeln, dann kurzer Checkin in der Ferienwohnung und ein paar Lebensmittel einkaufen, und auf ging's, die Insel erkunden. Nach einer kleinen Runde durch das Oberland haben wir uns im Cafe Krebs einquartiert, um auf den Start der Bunkerführung zu warten. Nach ein paar sehr leckeren heißen Schokoladen ging es um 16:30 ab in den Bunker. Die Geschichte Helgolands und seiner Befestigungen ist schon beeindruckend. Was man damals alles für einen Schwachsinn getrieben hat...

Nachfolgend sind wir noch ein wenig durch's Oberland geschlendert, und dann ging es zum Essen in den "Hamburger", wo ich eine der besten Fischsuppen meines bisherigen Lebens hatte. Die Kinder hatten Scholle bzw. einen Burger (Lukas hat einen Fleischtag aufgebraucht). Dann gingen die Kinder ins Bett, Moni auch, und ich habe noch zwei Caches gesucht (und gefunden), die sich des Nachmittags nicht gezeigt hatten.

Sonntag, 1.2.2015:
Am Vormittag ging es zum Nordstrand (dort war eine Station des Helgoland Marathon), wo wir zum ersten Mal auch ein paar Kegelrobben gesehen haben, die dort im Wasser rumdümpelten. Von dort aus ging es dann dem AWI-Science Cache folgend wieder Richtung Unterland / Hafen, wo wir um 11:30 verabredet waren. Mit Peacy und Käferchen, zwei Cachern, die dort einen Event veranstalteten, weil sie wieder auf dem Weg nach Hause waren. Lustigerweise waren die beiden ebenfalls am Samstag angereist, am Sonntag um 13:00 Uhr fuhr bereits wieder ihr Schiff und sie haben zwischendurch alle Caches auf der Insel und der Düne gemacht. Muss ein hartes Stück Arbeit gewesen sein. Noch dazu, wo die Caches wirklich nicht so trivial zu lösen waren, zum Teil jedenfalls. Vor allem, weil sich die Wege der Caches kreuzen und man also extrem gut Buch führen muss, um sich nicht zu verzetteln. Aber Peacy hatte sich auch selbst zum Travel Bug gemacht und sich einen TB auf die Rübe tätoviert. Ist also echt hardcore.

Nach dem Treffen gab es in der FeWo noch eine Linsensuppe und dann ging es weiter. Erst einmal zurück zum Nordstrand, und dann von dort aus auf's Oberland. Lustigerweise fing es dann auf der Treppe nach oben an zu Schütten. Hörte zwar auch schnell wieder auf, aber erstmal waren alle nass. Immerhin habe ich den Cache auf der Treppe sofort gefunden. Das Oberland zeigte sich von allen Seiten, die das Wetter hier auf Helgoland so zu bieten hat. Erst regnerisch, viel Wind, dann kam die Sonne raus und die Vögel auf dem Lummenfelsen krähten fröhlich um die Wette. Weil ich aufgrund von Objektivwechsel, Akkuwechsel und ab und zu auch auf das Navi schauen (ein paar Caches lagen ja auch hier oben), hatte sich meine restliche Familie schnell von mir entfernt und ich konnte in Ruhe nach Herzenslust suchen und fotografieren. Bis auf die letzte Station konnte ich auch den Marathon fertig machen, das Final vom ZickZack war gefunden und bei einem weiteren konnte ich ebenfalls bis zum Vorfinale vordringen. Dann habe ich meine Lieben wieder im Kaffee Krebs aufgegabelt, wo es noch einen leckeren Tee zum Abschluß des Outdoor-Teiles gab (nach dem Tee noch den Micro-Pilgerpfad gefunden).

Dann ging es endlich ins Schwimmbad. Das "mare frisum" ist ein nettes kleines Salzwasser-Schwimmbad. Klein, weil das Innenbecken ca. 10m Durchmesser hat, das Außenbecken hat zwar 25m, aber zum Nicht-Schwimmen war es definitv zu kalt, und eine Schwimmbrille hatte ich nicht dabei. Also haben wir uns noch in den Whirlpool auf das Oberdeck gesetzt, aber 30° ist jetzt sooooo warm auch wieder nicht und so ist Moni recht schnell in den Saunabereich abgezogen. Catie hat sich noch heldenhaft ins Eiswasser-Tauchbecken gestürzt, aber nach ein paar Minuten wurde es uns draußen auch zu kalt, und dann waren wir alle in der Sauna. Da war es dann auch zum ersten Mal wirklich warm.

Abendessen gab es im Störtebecker im Oberland, mit Pilznudeln für Lukas und einer großen Fischplatte "Störtebecker" für den Rest. Lecker war's, nur der Rauch, der aus dem Raucherbereich rüber zog, hat mich etwas gestört. Die nette Bedienung hat uns noch ihre Geschichte erzählt (mit der Tochter wegen einer schweren Krankheit war sie 15 Jahre auf Helgoland, wenn es möglich war. Tochter gesund, Ehe kaputt, auf Helgoland hat sie dann ihren neuen Mann kennen gelernt und ist da geblieben), und gegen 21:00 waren wir wieder in Unterland. Der Rest des Volkes ging in's Bett, während ich, man kann es kaum erraten, noch einmal abgebogen bin, um drei Caches zu finalisieren.

Und da es erst 22:00 Uhr war, der Mond hoch am Himmel stand, keine Wolke zu sehen war und die Stimmung toll war, bin ich dann noch einmal den ganzen Klippenpfad langelaufen bis vor zur langen Anna, die im Mondlicht in der ruhigen See stand. Wirklich sehr beeindruckend.

Montag 2.2.2015:
Der heutige Tag stand im Zeichen der Düne. Wir sind nach Frühstück und Aufräumen mehr oder weniger direkt übergesetzt, haben das Gepäck zum Flugplatz geschlört und sind dann einmal um die Insel gelaufen (dem "Dünenzauber" nach). Viel Sand, viel Feuerstein, und sicherlich 30 Robben haben wir auch gesehen. Diese teilweise erst, als wir fast drauf getreten sind, weil die Tarnung der Viecher wirklich gut ist. Nach einem sehr windigen Picknick auf dem Spielplatz haben wir uns im Cafe des Flughafens wieder aufgewärmt, die Sonne genossen und den (sehr wenigen) Fliegern bei der Landung zugeschaut. Nico hat in der Kinderspielecke ein wenig Lego gebaut, Lukas und Catie haben gelesen und wir haben gefaulenzt. Sehr entspannt. Um 15:15 war dann Check In. Wir haben unsere Tickets vorgezeigt, das Gepäck wurde gewogen und dann schwebten auch die kleinen Maschinchen ein, die aus Büsum und Bremerhaven kommen. Dann ging es plötzlich ganz schnell, weil eine Front anzog, die nicht so gemütlich aussah und von der Piloten auch meinten, wir würden entweder vorneweg fliegen oder hinterher. Jedenfalls nicht durch. Nach Osten Richtung Büsum sah es aber echt düster aus... Der Flug war kurz und toll, die Stimmung über dem Watt malerisch und die Landung ein Traum. Ich hätte nicht gedacht, dass man mit so einer kleinen Maschine so sanft landen kann.

Nun sitzen wir im Zug zurück nach Frankfurt, wo wir gegen 22:54 ankommen sollen.
Anekdote am Rande: Lukas hat seine Deutsch-Hausaufgaben nicht gemacht (fiel im gestern Nachmittag wieder ein), aber Dank What's App haben wir die Aufgaben und Lukas konnte doch noch alles erledigen. Vermutlich vergisst er sie dafür Morgen daheim.

Die Zeugnisse der Kinder sind übrigens sehr gut. Beide haben zwei bzw. drei Dreier auf dem Zeugnis, der Rest ist besser. Finde ich sehr anständig (gemessen an der Zeit, die sie reinstecken...)

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