2017-10-04 USA 2017 - Boston und NH
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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Und wieder ein Tag, an dem es unchristlich früh losgeht. Schon um 6:15 Uhr klingelt der Wecker, wie meist in solchen Situationen sind unsere Kinder einfach nur toll. Kurze Zeit später sind alle aufgestanden, die Taschen gepackt, die letzten Müslireste vertilgt und pünktlich um 6:45 Uhr steht das Taxi vor der Tür. Wir sind schnell in JFK, die Schlange für die security Abfertigung ist allerdings recht lang. Verkürzt wird die Wartezeit von fast 45 Minuten durch ein Pärchen vor uns, welches sich lautstark einen Beziehungsstreit aller erster Güte liefert. Worum genau es geht, können wir leider nicht nachvollziehen. Der Flug nach Boston ist kurz, schon nach 30 Minuten setzen wir wieder auf. Mit dem Mietwagen geht es zu Roy und Nadine in die Stadt. Dort ist allerdings noch niemand zu Hause, deswegen schauen wir noch beim Supermarkt vorbei, die dort gekauft der Brotzeit wird anschließend auf der Terrasse sofort vertilgt. Nach und nach trudelt auch Familie Goldschmitt ein, und es wird ein sehr gemütlicher Nachmittag. Die Kinder spielen, Roy muss noch ein wenig arbeiten und Moni und ich fahren mit dem Fahrrad zum Campus der Harvard University. Ein netter Dozent, den wir zufällig kennen lernen, zeigt uns sogar noch die Hauptbibliothek, die Touristen normalerweise keinen Zutritt haben.

 

Als Nadine dann auch zu Hause ist, gehen wir alle zusammen ins Stadium der Harvard University, um dort gemeinsam Sport zu treiben. Der Klassiker ist das absolvieren der Stadionstreppenstufen. Mann läuft die Sitzstufen rauf und die kleinen Stufen wieder runter, jeweils 30 Reihen in 37 Blöcken. Das geht auf Dauer mächtig in die Beine, deswegen habe ich auch nur 19 Blöcke absolviert, und danach mit Luki ein wenig Football gespielt. Moni und die anderen haben sich derweil mit anderen Sportarten vergnügt, Roy hat alle 37 Blöcke eisern durchgezogen.

Nach dem Abendessen gab es noch einen Absacker mit Roy, Nadine und Nachbar Sean auf der Terrasse, und nun ist Schluss.



Donnerstag, 5. Oktober

Der Tag beginnt recht früh, obwohl Ferien sind. Das liegt daran, dass unsere Kinder mit den Goldschmitt Kindern in die Schule gehen. Die beginnt praktischerweise erst um 8:30 Uhr. Da es hier keine Mittagessen in der Schule gibt, werden erst mal Lunchbags hergerichtet, und im Gegensatz zu Frankfurt bekommen hier die Kinder auch was richtiges zu frühstücken. Das Schulhaus ist klein und fein, die gesamte Schule hat nur wenig mehr Schüler als die Merianschule. Yannick in der neunten Klasse hat fünf Mitschüler. Die Kinder sind am Ende des Tages sehr begeistert vom Unterricht, es werden Computer eingesetzt, die Kinder spielen in der Pause mit den Lehrern gemeinsam Basketball, im Gegensatz zur Schillerschule, wo die Fußbälle immer konfisziert werden. Auch Niko hatte sehr viel Spaß in seiner Klasse, die er gemeinsam mit Helen besucht hat.

 

Moni und ich sind derweil mit dem Fahrrad nach Boston gefahren. Das dauert eine knappe halbe Stunde, die Strecke für die ganze Zeit über einen Radweg. Insofern kommt man sicher bis in die Stadt, leider ist es sehr laut. Die Stadt selber ist sehr schön, und sehr ruhig und so haben wir uns in Ruhe die Sehenswürdigkeiten und den so genannten freedom Trail angeschaut. Ein paar Schuhe für Moni lag dann sogar auch noch drin. Mittagessen gab es in einer kleinen Markthalle, in der es von Touristen nur so wimmelte.

 

Am frühen Nachmittag waren wir alle wieder daheim, und nach ein wenig rumgelusche, in dem ich was mit Kapla Steinen gebaut und Nico sich gelangweilt hat, waren wir fürstlich einkaufen. Unter anderem richtig schöne amerikanische Rib-Eye Steaks, die abends auf dem Grill zubereitet wurden, nebst wunderbarer Guacamole, gegrillten Gemüse und Knoblauch Baguette. Nach kurzer Zeit kamen noch diverse Nachbarn eingetrudelt, die alle noch Bier mit brachten, und so wurde es ein lustiger und langer Abend.

 

Freitag, 6. Oktober

Heute sind sind wir nach einem langen Frühstück (blueberry pancakes) aufgebrochen in die Stadt. Von Boston Common  sind wir zum Beacon Hill gelaufen. Mit Roy und den Kindern, die wir kurz danach getroffen haben, ging es weiter in die Stadt. Das "Boston Tea Party" Schiff war eigentlich unser Ziel, aber so richtig Bock auf Stadt hatte dann auch keiner mehr. Gegen 16 Uhr waren wir dann auch wieder daheim, und ich bin mit Roy und Livi dann noch zum Boxtraining gegangen. Unfassbar anstrengend.

 

Abends dann eintauchen in die x-pat community: Zuerst Helli abholen bei einer Geburtstagsparty, und dann noch zu Michael und Kirstin. Michael heißt mit Nachnamen Dechantsreiter, ist der Bruder von Martina und Monis Tanzpartner aus Jugendzeiten in Rosenheim. Um hier in Boston auf ihn zu treffen. Lustigerweise haben wir dann noch beim Helli-Abholen eine Frau getroffen, die Ingeborg Monika heißt…..

 

Und wieder waren wir spät daheim und im Bett….



Samstag, 7. Oktober

Wir waren auf Cape Cod. Die Fahrt ist lang, der Strand umso länger, und an einer Brotzeitstelle haben wir noch zwei pensionierte Damen getroffen, die (je) 25k Caches auf dem Buckel haben. Und wenn sie nicht in Florida sind, dann cachen sie gemeinsam und reiten dabei auch mal 4000 km in einer Woche ab.

 

Am Strand war es sehr schön und windig, baden sollte man nicht, wegen der weißen Haie, die hier gerne mal vorbei kommen und sich eine Robbe als Snack schnappen.

 

Abends sind Moni, Luki und ich dann noch zum Footballspiel Boston College "Eagles" gegen Virginia Tech gegangen. Eine tolle Stimmung, wenn man bedenkt, dass es nur um College Football geht. Es war aber genauso viel Brimborium wie in der NFL. Leider haben die BC relativ schnell klar im Rückstand gelegen, so dass viele schon zur Halbzeit gegangen sind. Wir haben nach dem 3/4 dann auch die Segel gestrichen und sind heim gefahren.

 

Sonntag, 8. Oktober 2017

Nach dem Frühstück sind wir kurz nach Boston, um zu schauen, ob wir den Mietwagen verlängern können. Anscheinend ja, für 64 USD . Mal sehen, ob das auch klappt. Dann ging es nach Norden. Erster Stopp: Kennebunkport an der Küste. Dort gab es im Clam Shack ein Lobsterbrötchen für Moni und Clam Chowder für den Rest, und die vielen Lohudeleien auf den Clam Shack waren nicht übertrieben. Es war wirklich lecker, wobei man bei Hummer im Brötchen auch nicht so viel falsch machen kann.

 

Nach dem Essen und 1-2 Caches ging es weiter nach Norden. Kurz vor Portland sind wir wieder raus und haben und haben noch ein paar schöne Dosen gesucht. Trotz der eher negativen Wettervorhersage war es den größten Teil des Tages schön, lediglich am späten Nachmittag hat uns ein Schauer erwischt. Außerdem haben wir den Leuchtturm von Portland gesehen und dort den ältesten Cache von Maine : GC128!

 

Portland selbst ist übrigens sehr hübsch, klein und beschaulich, nach einem kurzen Stadtbummel durch die City und zum Pier sind wir dann aber noch weiter nach Westen gefahren. Jetzt sitzen wir in Alyssa’s Motel, freuen uns über wlan, Kühlschrank und Bett.

 

Montag, 9. Oktober

Heute ging es weiter gen Westen. New Hampshire hat als Staatsmotto "Live free or die". Naja. Weil das Wetter nicht so dolle war, sind wir dann erst einmal in North Conway shoppen gegangen. Das sieht ein wenig so aus wie im Wertheim Village, mit etwas mehr Platz dazwischen, und vor allem viel viel billiger. Timberlands für 89USD mit dem zweiten Paar für die Hälfte, Adidas Fussballschuhe für 39,99 USD, davon noch mal 40% runter und so weiter. Nach Timberland, Nike, Adidas & Under Armour waren wir ausreichend ausgestattet für die Weiterfahrt Richtung Lincoln.

 

Über den Koncamangus-Highway geht es in die Berge, den bunten Blättern der White Mountains entgegen. Leider hat es immer wieder angefangen zu regnen, aber trotzdem gab es einige schöne Stops entlang der Route. In höheren Lagen allerdings dann auch sehr viel Nebel, und dann war irgendwann nichts mehr mit scenic view…

 

Gegen 18 Uhr sind wir dann in unserem Ferienhaus in einem Ski-Resort angekommen. Eine nette Hütte mit großer Küche und Kamin und zwei schönen Schlafzimmern für die Erwachsenen. Die Kinder liegen in Bunk Beds im Flur, und Nico in einer Harry-Potter-Gedenk-Nische unter der Treppe.

 

Abendessen gab es ein paar Kilometer weiter im "6 Burner", lecker Burger und Steak Salad, und danach noch einen kurzen Abstecher in den Walmart, Zahnbürsten und Frühstück kaufen.



Dienstag, 10. Oktober

Nach dem Frühstück ging es los in die White Mountains. In der Nähe des Mad River startet der Trail auf den Mount Welch and Dickie. Der Berg besteht im Prinzip vollständig aus Granit, nur die oberen Zentimeter sind Humus. Dementsprechend fragil ist die Natur dort, und immer wieder liegen große Flächen von Feld blank. Die sind dann teilweise recht rutschig, so dass man echt aufpassen muss beim gehen. Leider sind  Caties Knie immer noch nicht besser geworden, so dass sie mit Moni nach einem Drittel der Strecke umgedreht ist, weil sie ja auch noch den ganzen Weg bergab gehen musste. Das Laub war noch nicht komplett bunt, aber schon ziemlich weit, und so hatten wir einige wunderschöne Blicke von oben auf die bunte Landschaft.

 

Dann wollten wir eigentlich noch zur Lost River Gorge, die aber wegen eines Brandes geschlossen war, und die Flume Gorge, zu der wir danach gefahren sind, war schon geschlossen, weil es 5 Uhr war. Wir sind dann noch ein paar Meilen weiter zu ˋThe Basinˋ gefahren, einem kleinen Pond, den der Gletscher über die Jahrtausende aus dem puren Feld geschliffen hat. Außerdem gab es ein paar Meter weiter noch einen tollen Kleinen Fluss, der ein paar hundert Meter über den blanken Fels floß.

 

Zum Abendessen gab es Pasta mit fertiger Soße, und außerdem ein beschauliches Kaminfeuer.



Mittwoch, 11. Oktober

Am Mittwoch sind wir in einen kleinen Tierpark in den White Mountains gefahren. Dort gab es unter anderem Hirsche, Schwarzbären, Otter und diverse Greifvögel. Auch zwei Pumas und Wildkatzen waren in den Gehegen zu sehen. Die Erklärungen zu den Tieren waren wirklich toll, und die Kinder total bei der Sache. Nach der Brotzeit gegen die zweite Runde im Park weiter. Gegen Nachmittag sind wir dann allerdings auch wieder Richtung Boston aufgebrochen, den geplanten Ausflug in die Klamm haben wir da nicht mehr gemacht. Dafür sind wir nicht über die Autobahn, sondern den Highway gefahren, und da gab es auch noch ein paar sehr schöne Aussichten.

 

auf dem halben Weg zurück gab es noch eine große Outlet Moll, wo wir ebenfalls noch mal Station gemacht haben. Diesmal gab es ein paar Schuhe für Niko und Moni, und ein paar Handschuhe. Ansonsten sind wir nun wirklich gut ausgestattet.

 

Abends waren wir mit Roy und Nadine in einem sehr tollen Restaurant essen (The Abbey), während die Kinder zu Hause einen Film geguckt haben. Und dann haben wir natürlich noch gepackt, weil wir am nächsten Morgen zur Whale Watching Tour aufbrechen wollten.



Donnerstag 12. Oktober

Wir sind dann auch tatsächlich zur Whale Watching Tour aufgebrochen, um 7:00 Uhr klingelte der Wecker und um kurz nach acht saßen wir alle in den Autos. Leider rief kurz danach die Agentur an, aufgrund des stürmischen Wetters wurde die Tour abgesagt. Da wir schon quasi da waren, sind wir trotzdem bis zum Hafen von Glouster gefahren, haben dort einen Geo Cache gesucht und sind ein wenig an der Promenade entlang gelaufen. Mittagessen gab es dann in einem kleinen Café namens morning Glory, in dem es unglaublich gut schmeckte. Es gab alle möglichen Variationen von Omelette, ich hatte ein Sandwich mit Pulled Pork und Moni mit Hummer, die Kinder hatten riesengroße pancakes mit Blaubeeren. Das alles garniert mit einer wirklich supernetten Bedienung, die sehr aufmerksam war.

 

Danach sind wir gemeinsam an den Strand fahren. Familie Goldschmitt und Familie Hoppe haben eine Partie Ultimate Football gegeneinander gespielt. War wirklich sehr lustig. Ich habe mit Katy noch ein wenig geübt, wie man den Football wirft, und wir sind ein wenig über den Strand geschlendert und haben einer Frau beim malen zugeschaut.

 

Die Goldschmitts sind dann etwas früher als wir nach Hause aufgebrochen zum Hausaufgaben machen, wir haben noch ein wenig die Gegend erkunden und sind dann aber abends auch wieder nach Boston zurück gefahren. Heute Abend gibt es lecker Pizza vom Grill.



Freitag, 13.Oktober

Nach dem Frühstück und etwas längerer  Packerei als geplant waren wir pünktlich um 11:00 Uhr am Hafen, Tickets abholen, Einkaufen und ab aufs Boot. Um 12:00 ging es dann raus aufs Meer, zur Stellvagen Bank, wo die Wale immer rumkreuzen. Schon die Hinfahrt war atemberaubend. Wir saßen auf dem Oberdeck, ganz vorne, und bei 60 km/h und Gegenwind bließ es einem alles aus der Hand, was nicht niet und nagelfest war. Mit Doppelkapuze, eng zugezogen, ging es dann auch. Lukas hat nur mal den Fehler gemacht, sein Frischkäsebrot nicht ordentlich festzuhalten. Das ist dann mit 89km/h vor Monis Latz geknallt…

Vor Ort war erst einmal nicht viel zusehen, nur entfernt ein wenig Blas, als wir näher ran kamen, sah man, dass es eine Walkuh mit zwei Kälbern war. Die Biologin an Bord erkannte das Tier auch gleich. Ein weiteres Pärchen schwamm etwas weiter weg, und am Horizont konnte man auf einmal haufenweise Blas und Vögel sehen. Dort war eine ganze Gruppe, die im Kreis Luftblasen erzeugte und dann die darin eingeschlossenen Fische / Krill abfing. Sehr beeindruckend. Ein paar hundert Bilder später war der Spuk dann auch vorbei und wir sind zurück nach Boston gefahren.

 

Nach langer Überlegung hatten wir uns dann ja doch entschlossen, mit dem Auto nach Washington zu fahren. Jetzt allerdings nicht mehr über mehrere Tage verteilt, sondern in einem Rutsch über Nacht. Also frisch auf die Bahn und los ging’s. Leider war der Anfang sehr ernüchternd. In den ersten Zwei Stunden haben wir knappe 40 Meilen zurück gelegt, wenn es hoch kommt. Dafür gab es dann aus Frust erst einmal Abendessen bei Wendy’s, wo wir ja schon die ganze Zeit mal hinwollten. Praktischerweise hatte sich der Stau dann auch aufgelöst und wir kamen zügig nach Süden.

 

Da wir ja noch das Portrait der Bilder in Brooklyn vergessen hatten sowie Lukas Bild vom Times Square, sind wir dann also doch noch ein in die Stadt gefahren. Omar und Kareema waren auch daheim (bzw. Kamen kurz danach), und dann ging es weiter Richtung Süden. Autofahren in NYC können wir also auch von der Liste nehmen.