2018-07-14 Mallorca II

Samstag, 14.7. - Einmal Cava Blava und zurück - 7sm

Wir übernehmen das Schiff bereits gegen 11 Uhr, es ist schon fertig, und nach dem Einkaufen können wir auch schon verstauen und loslegen. Nico und ich bringen den Mietwagen weg, und gegen 14 Uhr stechen wir auch in See. Nach einem guten Ableger machen wir uns mit den Segeln vertraut - und hopp, es wird gesegelt. Wir üben ein Mann über Bord-Manöver, und weil Lukas 5 Anläufe braucht, um die Boje zu angeln, haben wir auch das dann gut drauf.

Wir sind recht fix bei Cala Blava, aber dann etwas enttäuscht. Von Cala wenig zu sehen, das Mini-Buchtchen ist nur für Badende und wir liegen ungeschützt im Wellengang. Nach ca. 30 Minuten ist allen schlecht und wir segeln wieder nach Can Pastilla zurück - dort ist es ruhig und gemütlich, wenn man von den Flugzeugen absieht.

 

Sonntag, 15.7. - C‘an Pastilla - Sa Rapita

Gegen 7 Uhr bin ich wach und gehe Joggen, Moni kommt kurze Zeit später auch raus, der Rest braucht noch ein wenig länger. Nach einem ausgedehnten Frühstück geht es gegen 11:30 raus gen Osten. Anfangs noch unter Segel, dann tuckern wir aber um das Cabo Blanco doch unter Motor rum, sonst hätten wir noch einige Stunden benötigt. Unterwegs versuchen wir noch mehrfach, die Häfen auf dem Weg nach Osten um einen Liegeplatz zu ersuchen, aber es will sich keiner festlegen, wir sollen gegen 17 Uhr noch mal anrufen. Um 17 Uhr sind wir dann in der Hafeneinfahrt von Sa Rapita und schaffen Fakten. Da Sie uns nicht mehr wegschicken wollen, bekommen wir noch ein Plätzchen an der Aussenmole - es ist ruhig und schön abgeschieden. Die Franzosen gewinnen 4:2 gegen Kroatien, und wir schauen das Spiel in der Hafenkneipe an, danach geht es noch mal für 2 Stunden an den Strand. Dusche für alle, Abendessen und ab ins Bett gegen 23:30…

 

Montag, 16.7. - Sa Rapita

Gegen Mitternacht kommt der angekündigte Wind. 30-35 kn Wind lassen das Boot ordentlich hin und her schaukeln. Das Wasser strömt ins Hafenbecken rein und raus, wir haben 60cm Niveauunterschied in 2 Minuten. Wirklich beeindruckend. Immer wieder wird das Boot bis aus ca. 20 cm an den Kai heran gedrückt, aber die Mooringleine ist zum Bersten gespannt und beim besten Willen nicht mehr dicht zu holen. Ich bin mehrmals die Nacht für eine halbe Stunde oben und beobachte das Schauspiel, teilweise leisten mir Tine und Moni Gesellschaft, die ob des wilden Rumgedümpels auch nicht schlafen können. Besser als in einer ungeschützten Bucht ist es aber allemal.

Der Wind hält den ganzen Tag an, und so beschließen wir, unser Greenhorn-Kinder nicht allzu sehr zu strapazieren. 5bft Wind wäre eigentlich kein Thema, aber mit einem Haufen Frischlinge an Bord doch etwas anderes….

Weil es zu heiß für den Strand ist, lungern wir im Wesentlichen am Boot herum. Erst gegen 16 Uhr entfaltet sich so etwas wie Bordleben, wir gehen an den Strand, machen Sport auf dem Wellenbrecher und gehen - nach einer Dusche, um die Algen aus den vielfältigen Körperritzen zu spülen - in der Ortschaft essen. Mittlerweile hat auch der Wind nachgelassen, und es wird eine ruhige Nacht.

 

Dienstag 17.7. - Sa Rapita - Porto Colom

Der Tag beginnt mit einem Bad. Die Mooringleine hat sich bei dem wilden Geschaukel über die Schraube gelegt, und ich muss sie erst mal runter holen. Von dem glasklaren Wasser vom Sonntag Abend ist nicht viel zu sehen, es hat ca. 50cm Sicht unter Wasser . Als ich die Schraube anfassen kann, sehe ich auch, was los ist….

Dafür folgt dann ein sehr schöner Segeltag mit knappen 30sm Distanz. Wir fahren mehrere Buchten an, aber die sind meistens recht voll. Erst in der Cala Mondrago haben wir Glück und können uns irgendwo zwischen quetschen. Das Wasser ist unglaublich klar - die Boote scheinen zu schweben. Wir baden und Schnorcheln gut zwei Stunden, dann geht es weiter nach Porto Colom. Der Hafen liegt in einer sehr großen Bucht, gut geschützt, es st zur Abwechslung mal ruhig im Hafenbecken. Wir verwerfen unseren Plan an Bord zu kochen recht bald und essen in einem kleinen Hafenrestaurant. Der Port ist wirklich malerisch und sehr beschaulich, alles geht sehr gemächlich zu.

 

Mittwoch 18.7. - Porto Colom nach Cala Figuera

Wir kommen ohne morgendliches Schnorchelmanöver aus dem Hafen. Die Bevölkerung schläft noch, als Moni und ich gen Norden tuckern. Bald kommt Wind auf, und mit 5kn Fahrt geht es am Wind voran. Die Buchten auf dem Weg erweisen sich aber als unzulänglich. Entweder voll oder voll im Schwell. Irgendwann drehen wir nach Süden ab, wir wollen ja zur Cala Figuera. Dort haben wir einen der 5 (!) Liegeplätze bekommen, und als wir da sind, wissen wir auch, warum. Der Ort ist zwar wirklich sehr malerisch, aber die Liegeplätze sind voll im Schwell, die Boote bewegen sich einen guten Meter vor und zurück. Es wird wieder eine der unruhigeren Nächte, zumal uns ein Spanisches Boot mit einer sehr unerfahrenen Mannschaft sehr auf Trab hält. Dafür haben wir leckere Würstchen und Bürger gegrillt, eine Flasche Rose geleert und Catie und ich haben auf der Uke geklimpert. Es war wirklich höchst romantisch! Und beim Rundgang um den Hafen haben wir einen Kalmar gesehen, der an der Mole die Algen abgraste!

 

Donnerstag 19.7. - Cala Figuera - Cabrera - CN S‘Estanyol - 31sm

Um 7 Uhr stehe ich auf, eigentlich nur, um ein paar Fotos im schönen Morgenlicht zu machen. Die Spanier von nebenan sind wieder auf dem Weg und beschäftigen dabei das komplette Nachbarboot. Das Ablegen dauert knappe 15 Minuten…. Mir fällt dann auf, dass ein weiteres Boot verdächtig weit weg von der Mole treibt. Wie sich zeigt, sind die Festmacher über Nacht durchgerieben und nun dümpelt es an der Mooringleine vor sich hin. Kaum haben wir es fest gemacht, stelle ich fest, dass unser Boot verdächtig nah an der Mole ist. Bei uns war es diesmal die Mooringleine, die durch war. Also Alarmstart, zum Glück waren Lukas und Nico schnell wach - sie haben im Cockpit geschlafen - und so waren wir schnell weg von der Mole. Aber nur kurz, dann stellten wir fest, dass die Holeleine der Mooring unter dem Boot festhing, und uns am Fortkommen hinderte. Die wurde dann mit dem Küchenmesser gekappt. Das Fischerboot auf der Leeseite der Mole war schon weg, also konnten wir dort erst einmal wieder festmachen, bis alle wach waren, der Hafenmeister war dann auch da und wir konnten den Papierkram Regeln. Dann geht es raus, und bei tollem Wind geht es Richtung Cabrera. Wir laufen gegen Mittag in der Bucht von Cabrera ein, wir können noch in eine freie Boje in Strandnähe und genießen die Ruhe. Kaum Motorboote, Jetskis sind verboten, wirklich viel Fische sind im Wasser unterwegs. Nico, Moni und ich machen einen Ausflug zu Burg (sehr heiß), leider darf man dort nicht mit der Drohne fliegen. Gegen 17 Uhr brechen wir auf und setzen Kurs auf die Marina S‘Estanyol, wo wir gegen 21Uhr ankommen. Zwischendurch sehen wir noch etwas, was wie Delfine aussieht, auch wenn wir uns nicht ganz sicher sind. Zum Kochen hat keiner Lust, also gehen wir essen. Es gibt arroz de marisco, was quasi eine Paella ist, nur mit Brühe und daher nicht ganz so trocken. Sehr lecker. Die Nacht ist zur Abwechslung sehr schön ruhig.

 

Freitag 20.07. - S‘Estanyol - C‘an Pastilla - 23sm

Es geht deutlich später los, was auch an der Flasche Rosé liegen mag, die wir am Vorabend geleert haben. Moni und ich springen kurz zum Bäcker und gegen 0900 dampfen wir aus dem Hafen. Bei wenig Wind motoren wir nach Westen, gegen 1030 kommen wir wieder zu Cala Pi, bei der wir auf dem Hinweg keinen Platz fanden. Auch dieses Mal scheint sie voll zu sein, und wir versuchen unser Glück direkt davor in einer Mini-Bucht. Da dort aber wenig Sandgrund und viel Seegras ist, kommen wir nicht recht zum Schuss, und irgendwann fahren dann tatsächlich drei Boote aus der Cala Pi, und wir können doch noch dort Ankern. Es wird ein sehr gemütlicher Mttag, aber leider müssen wir ja Abends in C‘an Pastilla sein, also tuckern wir gegen 1430 weiter. Zuerst hat es nur 6-8kn Wind, später frischt es auf 14-18kn Wind auf, und wir schießen mit 6-7kn Fahrt in die Bucht. Wir fahren sogar ein paar extra Schleifen, um nicht zu früh anzukommen und den Wind zu genießen. Die Übergabe geht dann fix, das Unterwasserschiff scheint auch in Orndung zu sein, und dann ist reihum packen, Duschen und allgemeines Klar-Schiff-Machen. Moni und Tine zaubern aus den Resten ein Abendessen, nach welchem wir drei noch eine Runde durch den Ort drehen.

 

Samstag, 21.7. C‘an Pastilla - Pollença - 66km

Schiff leerräumen, Auto holen und ab nach Norden - alles noch vor 9 Uhr. Wegen eines Frühstücksstopps beim Auchan sind wir dann doch erst gegen 11 Uhr in Pollenca. Macht aber auch nichts, das Appartement ist eh noch nicht fertig, und so erkunden wir erst einmal ein wenig den Ort. Lukas legt sich danach mit starken Kopfschmerzen hin (und steht auch bis zum Abend nicht mehr auf), wir 4 fahren Richtung Alcudia, und Moni und ich machen einen Kite-Surf-Kurs. Es macht viel Spaß, mit dem Drachen zu hantieren, und am Schluss können wir sogar mit dem Brett durchs Wasser pflügen (fahren kann man das noch nicht nennen…). Catie und Nico harren derweil sehr geduldig am Strand aus, der aber im Wesentlichen aus angeschwemmter Posidonia besteht (und stinkt). Richtig Beachfeeling kommt zwar nicht auf, das ist aber für den Moment dann auch egal.

Gegen 18 Uhr sind wir wieder in der Stadt, wir kochen eine Art Nasi Goreng, und Moni und ich gehen danach eine Runde durch den Ort. Die Kinder wollen einen Film gucken und dabei dann spülen, und es braucht keine große Phantasie sich auszudenken, welcher Teil der Prophezeiung umgesetzt wurde und welcher nicht.

 

 

Sonntag, 22.07.2018 Port der Pollença

Ausschlafen. Nachdem wir den Kindern so begeistert vom Kiten erzählt haben, canceln wir die Windsurfstunde und fahren gegen Mittag alle wieder Richtung Alcudia zu Ollis Kiteschule. Die Kinder machen Unterricht mit Tom, Moni und ich mit Yann. Am Ende des Tages kann ich immerhin einige Meter auf dem Brett stehend fahren, und auch die anderen kommen gut mit den Kites zurecht. Gegen 16 schläft erst der Wind ein, im Norden zieht ein Gewitter auf und wir brechen schlagartig die Zelte ab. Kaum 3 Minuten später beginnt es sintflutartig zu regnen - man kann teilweise kaum das vorwegfahrende Auto sehen. Wir finden Zuflucht im Supermarkt mit Tiefgarage, kaufen für den Abend ein und fahren danach zum Cap Formentor. Eine schöne, stimmungsvolle Fahrt durch die kahlen Berge nach Nordosten, es gibt Spagetti mit Tomatensoße und Gemüse zum Abendessen, Moni und ich drehe noch ein Runde durch den Ort, und die Kinder schauen Haidokus auf Netflix.

 

Montag, 23.7.2018 Port der Pollença

Nach dem Aufstehen werden Sandwiches produziert, und pünktlich gegen 12 Uhr sind wir wieder bei Olli. Da es noch keinen Wind hat, machen wir eine Sicherheitsübung mit den Kitesurf (wie komme ich wieder an Land in einer Notsituation), danach geht es ins Wasser mit den Kites. Obwohl ich mir am Abend vorher irgend etwas angerissen habe in der linken Schulter kann ich sogar surfen gehen, auch wenn der Arm schön blau schillert. Wir verbringen den Nachmittag im Wasser - es kommen 21 Stunden zusammen. Meine längste Strecke sind gute 300m, bevor ich zum umdrehen abbreche. Allerdings wird der Wind dann irgendwann sehr mau, und so hören wir um 17:30 auch auf.

Nach dem Duschen gehen wir zum Abschluss in ein Restaurant in die Stadt, danach wir packen schon mal den größten Teil und Moni und ich drehen wie üblich noch eine Runde - kostensparend mit einer Dose Cola und Bier aus dem Kiosk.

 

Dienstag, 24.7.2018 - PMI - Frankfurt

Wir stehen gegen 9 Uhr auf, packen den Rest zusammen und fahren gegen 11 Uhr los nach Palma. Wir legen noch einen kleinen Zwischenstopp in Paguera ein, wo allerdings nur Moni, Nico und ich das Wasser nutzen. Lukas musste seinem Schlafbedürfnis nachkommen, Catie Ihrem Lesebedürfnis. Lukas hatte lustigerweise sogar noch den Fussball aufgepumpt, um Basketball zu spielen, aber der Schlaf war stärker. Jetzt sind wir sehr gemütlich im Flughafen und warten aufs Boarding, und die Kinder versuchen, ein Sandwich für unter 5 EUR zu bekommen.

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