2019 Australien Woche 3 - Cape Hillsbourough bis Atherthon

Montag, 22.7. Cape Hillsbourough, Eungella / Broken River / Finch Hatton

Der Tag beginnt - wer hätte es gedacht - wieder mal sehr früh. Die Kängurus bzw. Wallabies in Cape Hillsbourough geben sich bei Sonnenaufgang die Ehre, also Wecker auf 5:50 gestellt und raus aus den Federn. Es sind schon ein Haufen Leute am Strand, dazu ein Ranger und ca. ein Dutzend Wallabies. Der Ranger erklärt, dass die Tiere für die Samen der Mangrovenbäume an den Strand kommen. Allerdings gibt es vom Ranger auch noch etwas Futter dazu (um die Verdauung in Gang zu halten…). Die Sonne geht auf, die Wallabies wieder weg, und dann steht man da, um 7 Uhr. Was tun? Wir frühstücken, und zwar am Strand - Tisch und Campingstühle sind schnell rübergetragen, der Rest auch, und wir haben den Strand und den restlichen Sonnenaufgang für uns alleine. Anschließend wollen wir den Cove Trail entlang gehen, der Teil am Strand ist auch nett und wegen Ebbe gut begehbar, aber der Rückweg durch den Wald leider nicht - Renovierung. Wir überlegen, noch einen der anderen Trails zu gehen, so recht packt uns die Lust aber nicht, also fahren wir zum Eungalla NP. Eine schöne Fahrt, zwischendurch gibt es noch mal Lebensmittel beim Woolys, denn weiter hinten im Tal scheint es nicht mehr so viele Möglichkeiten zu geben.

 

Wir kommen durch den putzigen Ort Finch Hatton, sprechen dort mit einem anderen Camper und beschließen, erst mal nach Eungalla hochzufahren. Die Straße ist lange Zeit topfeben und geht dann erst, ganz am Schluß, in Serpentinen steil nach oben. Auf dem Hochplateau ist es dann sogar wieder relativ flach - verglichen jedenfalls mit dem Anstieg auf das Plateau. Oben erstmal kurzer Stop beim Lookout, dann gehen wir einen kleinen Trail entlang durch den Regenwald zum sog. Sky Window Lookout. Das Sky Window selbst finde ich nicht so spektakulär, aber der Weg ist schon dolle! Noch weitere 5 km zum Broken River wollen wir dann aber nicht gehen, zumal man von da auch wieder zurück muss. Ich lasse mich noch einem älteren Ehepaar (aus Port Macquarie) wieder nach Eungalla mitnehmen, sammeln dann die anderen wieder ein und gemeinsam fahren wir zum Broken River. Die dortige Attraktion sind die Platypus, die Schnabeltiere. Weil es erst 2 Uhr ist, die lustigen Gesellen sich aber vor 4 selten blicken lassen, machen wir erst einmal Mittagspause. Es gibt Ravioli, Doritos und ein Nickerchen. Ich ziehe gegen 4 mit Sparky zum Granit Bend Trail los, fliege dort eine Runde und entdecke sogar ein paar Schnabeltiere im Wasser. Gegen 5 bin ich wieder am RV, die anderen (bis auf Catie, sie schläft einfach zu fest) kommen auch mit und gemeinsam sehen wir noch ein weiteres Schnabeltier, einen tollen blauen Eisvogel und diverse Kakadus, die krakelend durch die Landschaft fliegen. Lukas bleibt einfach der Tierspotter schlechthin. Den Eisvogel zum Beispiel hat keiner außer ihm bemerkt….

 

Dann reicht es auch allen mit Wildlife, wir fahren wieder ins Tal zum Finch Hatton Showground, der lsustigerweise auch Stellplätze für Wohnmobile hat. Nico kocht seine Brokkoli-Rindfleisch-Pfanne, wir essen gemeinsam und ich schaue mir dann noch für eine halbe Stunde den Sternenhimmel an. Alle anderen sind zu müde.

Leider stinkt der Wassertank bzw, das Wasser, was aus selbigem kommt, immer noch erbärmlich. Ich habe den Tank leer laufen lassen, und wir haben neues Wasser reingekippt, es ist etwas besser, aber spülen oder geschweige denn etwas kochen will ich damit nicht. Morgen müssen wir noch mal bei Apollo anrufen, zumal sich der Kühlschrank beharrlich weigert, auf Gas zu laufen, und auch das ist einfach nicht in Ordnung.

Es ist schön zu sehen, wie sich Lukas wieder nahtlos einfügt. Heute hat er die Geschichte erzählt, wie er Alina kennengelernt hat und mit ihr zusammen gekommen ist, und Nico war ganz fachmännisch beeindruckt: „Boa, beim ersten Treffen hast Du schon ihre Nummer bekommen….!

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Dienstag, der 23.7. Finch Hatton Gorge, Fahrt nach Prosepine

Catie berichtet: Die anderen essen ausgiebig Frühstück und lassen mich weiterschlafen, was einerseits dazu führt, dass ich ausgeschlafen bin, andererseits dazu, dass ich praktisch keine Zeit mehr habe, etwas zu essen. Das endet dann darin, dass ich Carlottas Müsli esse, von dem sie behauptet, das schmecke nach Chlor, was aber völlig normal schmeckt. (John war übrigens zu dieser Zeit schon laufen!)

 

Dann waren wir beim Finch Hatton Creek spazieren, oder, wie Luki behauptet, wandern. Auf dem Hinweg ist doch tatsächlich ganz gemächlich eine Schlange (Python) über den Weg gekrochen. Wir waren noch ein paar Meter entfernt als John gesagt hat: „Stopp! Alle stehen bleiben! Weder vor-, noch zurückgehen. Ein Päärchen ist an uns vorbei gelaufen und war ganz fasziniert, der eine wollte sogar die Schlange hochheben.  Wir sind dann weitergelaufen, während wir ununterbrochen diskutiert haben, wer die Aufgabe hat, hinten zu laufen, da alle außer John Angst davor hatten. Wir haben dann erstmal die Abzweigung nach rechts genommen, Richtung Wheel of Fire Falls.

Wir sind bergauf am Fluss entlang gelaufen und mussten diesen auch einmal queren, wobei ich sehr Angst hatte, dass es mal wieder darin endet, dass ich in den Fluss falle, was aber glücklicherweise nicht passiert ist. John ist derweil verzweifelt, weil wir alle so ein Drama machen ( es wurde auch auf Film dokumentiert ) und nicht den Schwung nutzen, sondern bei jedem Stein stehenbleiben. Die einzige, deren Schuhe nass wurden, war letztendlich Carlotta.  Nachdem alle den Scheinbar unüberwindbaren Pfad über den Fluss durchquert hatten, haben wir unseren Weg fortgesetzt. Wir haben an den Wheel of Fire Falls Pause gemacht und John hat sich sogar getraut , kurz im Wasser zu schwimmen.  Danach haben wir den linken Weg genommen zu den Araluen Falls. Nicht ganz so schön wie die WoF Falls. Und sind einer Familie aus Frankfurt begegnet, die auch auf der Durchreise ist.

 

Dann sind wir zurückgewandert und haben, zu meinem Bedauern, kein Mittagessen gegessen.

Darauf folgte die 2 einhalb stündige Fahrt nach Prosepine (Moni und John haben drei Tage Prosperine gelesen und gesagt - heißt aber ganz anders), wo wir dann zum Glück einen nicht ausgebuchten Campingplatz gefunden haben. Anmerkung John: Die Fahrt durch das Hinterland und rund um Mount Ossa war traumhaft. Nicht zu vergessen übrigens, dass wir auf dem Weg zum Finch Hatton Gorge auch mehrere Furten durchquert haben! Das war lustig!

 

Carlotta hat die Spiegel im Waschraum bewundert und ist dann mit uns anderen ein paar Ründchen geschwommen. Dann haben wir gegrillt und uns beim Abspülen und Abtrocknen über Körbchengrößen unterhalten, Luki war froh und meinte „Dann kenn' ich mich auch mal endlich aus.“

Moni und John sind nach dem Essen spazieren gegangen und Nico hat versucht, zu schlafen, wobei ich bezweifle, dass es so gut funktioniert, da er davor zu unserem Leidwesen sehr viel Cola getrunken hat und er dann noch Hyperaktiver ist als sonst.

So geht ein weiterer schöner Tag in Oz zu Ende.

 

Nachtrag John: unser Spaziergang in den Ort konnte nicht ganz halten, was wir uns erhofft hatten. Es gab zwei Kneipen, beide sehr leer und sehr ungemütlich. Am nettesten war noch der Drive Thru BWS, da lief nämlich Musik, aber wir wollten dann auch kein Bier im Stehen trinken. Also haben wir uns noch die Shops auf der Main Street angeschaut, den Wasserdampfausstoß der Zuckermühle angeschaut und sind dann auch heim. Entgegen Caties Befürchtungen schlief Nico übrigens schon tief und fest.

Und so geht ein weiterer schöner Tag in Oz zu Ende.

 


Mittwoch, 24.7. Golf in Prosepine - Beachen in Bowen

Heute etwas gemütlicher. Ich stehe gegen 7 Uhr auf, Moni kurz danach und auch Lukas schält sich aus dem Bett. Punkt 8 stehen wir am Prosepine Golf Course, für 55 AUD spielen wir 9 Loch inkl. Leihequipment, zumal Moni auf dem Ladies Room noch ein schickes Polo findet als give away. Für mich ist es dann halt ein Logoball… Die Runde ist echt nett, der Platz recht einfach zu spielen und Lukas darf auch ein paar Schläge machen.

 

Danach geht es noch einmal in den Pool, ich schwimme 1km in knapp 30 Minuten und bin recht zufrieden damit, und wir fahren anschließend nach Bowen. Die dortige Horseshoe Bay ist berühmt für ihr Korallenriff, zu dem man direkt vom Strand aus hinschnorcheln kann, aber der Wind bläst direkt in die Bucht, an Schnorcheln nicht zu denken. Wir verholen uns auf die andere Seite der Landzunge, dort ist es windgeschützt, aber das Wasser trotzdem so aufgewühlt, dass Lukas und ich unseren Schorchelversuch nach kurzer Zeit wieder abbrechen. Nach ca. 1 Stunde wechseln wir noch mal den Strand und fahren zum Queens Beach, gegen 17 Uhr sind wir aber wieder zurück am Campingplatz (Harbour Lights). Wir gehen quer gegenüber zur Fischerpier, dort soll es ein tolles Fischrestaurant geben. Der Fisch ist auch lecker, aber es ist alles frittiert und wird auf Papier serviert (immerhin kein Küchenkrepp, sagt Lukas, das wäre also schon mal ein Upgrade), wahlweise in einer Pappbox. Ich bin anschließend froh um den Urwurz.

 

Moni und ich schlendern anschließend noch in die Stadt. Da ist fast noch weniger los als in Prosepine, vor allem nicht ganz so hübsch. Immerhin: Der Film Australia mit Nicole Kidman wurde hier gedreht. Dafür wurde die Stadt mit etlichen Tonnen rotem Schotter wieder in den Zustand von 1940 versetzt. Müssen wir also auch mal sehen, den Film.

 

Und heute Abend wurde beschlossen, dass sich die Mädels die Haare in lustigen Farben färben. Ich rasiere dafür mal meinen Bart weg…..

 

Donnerstag, 25.7. Townsville

Nach dem Frühstück (ging erstaunlich schnell diesmal, und alle waren da) sind wir noch kurz zum Woolies, klein einkaufen und dann ab nach Townsville, wo wir kurz nach 13 Uhr angekommen sind. Terry vom Coconut Glen Campground war so beeindruckt davon, dass wir mit 4 Kindern unterwegs sind, dass er uns die Kinder gleich für den halben Preis hat übernachten lassen. Wir sind dann erst einmal „The Strand“ entlang spaziert (whereIGo und einen First to Find absolviert), dann noch mal in die Stadt (war aber eher mau, die schönen Gebäude aus dem 19Jhd. Sind doch alle sehr herunter gekommen und vor allem mit Werbung und ähnlichem ziemlich zugekleistert. Da lobe ich mir doch den deutschen Denkmalschutz, auch wenn er ggf. vielleicht etwas übertreibt…) und dann auf den Castle Hill für die Aussicht. Da war vielleicht ein Fussverkehr hoch. Scheint so etwas wie die Standardstrecke der Townsviller zu sein…. Anschließend auf dem Campingplatz gekocht, die Mädels haben sich noch die Haare getönt, ist aber von überschaubarem Effekt - Catie hat anscheinend zu dunkle Haare, aber Carlotta hat schöne Pinke Strähnen.

 

Freitag, 26.7. Magnetic Island

Es geht - man errät es kaum - früh los. Um Punkt 06:15 starte ich den Wagen, wir sind um knapp 06:40 auf dem Parkplatz und wir boarden sehr pünktlich. Unsere Befürchtung, dass wir das Boot nicht erreichen bzw. keinen Platz mehr drauf bekommen, erweist sich als mehr als haltlos. Es sind ca. 8 weitere Passagiere an Bord… Nico ist mucksch, warum genau, läßt sich nicht rausfinden, er findet den ganzen Ausflug kacke und will auch nicht Pferde reiten gehen. Was wir aber trotzdem machen. Zwar stellen wir schon auf der Fähre fest, dass wir die schön geschmierten Sandwiches im Auto vergessen haben, aber die Zeit reicht nicht mehr für den IGA, weil der Bus sofort fährt. Wir drehen mit dem Bus noch eine Ehrenrunde durch Horseshoe Bay, dann setzt er uns vor der Ranch ab. Die Pferde werden zugeteilt, und schon geht es los. Nico ist dann doch recht zufrieden mit seiner Matilda, aber nur so lange, bis es in den ersten Trab geht. Er bekommt das rhythmische Auf- und Ab nicht ganz hin und beklagt seinen Po. Wir reiten durch das Gelände bis zum Strand, dann werden die Pferde abgesattelt, wir ziehen uns bis auf die Badehose aus (Nico hat sie vergessen, will aber auch nicht in Unterhose rein, obwohl ihm alle (also nicht nur wir alle, sondern alle Tourteilnehmer) sagen, er solle einfach in seinen Undies reiten und reiten mit den Pferden ins Wasser. Zumindest meinem Kiddiboy scheint es zu gefallen, er schnurrt wie eine Katze… nach einer weiteren Stunde sind wir wieder an der Ranch, und weil der Bus zur Nelly Bay und dem rettenden Supermarkt gerade weg ist und erst wieder in einer Stunde fährt, gehen wir doch nach Horseshoe Bay zurück, in der Hoffnung auf ein Sandwich o.ä. D.h.  Ich gehe mit Nico, Catie und Carlotta, weil Moni und Lukas alleine Autostop machen. Neben dem muckschen Nico habe ich also auch noch eine stinkige Catie dabei. Immerhin: Horseshoe Bay hat einen kleinen Grocerystore, und Salami, Käse sowie eine Solo-Limo machen alle wieder zufrieden.

Nach einer kleinen Rast am Strand geht es weiter nach Osten, erst zur Radical Bay, dann zur Florence Bay und den (gesperrten) Weg rauf zu The Forts. Catie stöhnt wegen ihrer Knie, Nicp wegen der Tasche, die er auch mal tragen soll, aber sonst sind alle guter Laune. Bei den Forts (alten Befestigungen aus WWII Zeiten stoße ich mit bei der Suche nach einem GC dermaßen den Kopf, dass ich blutüberströmt aus dem Unterholz wieder auftauche. Irgendwann hört es dann mal auf zu pochen und zu bluten, und wir machen uns an den Abstieg, der Bus bringt uns dann zur Fähre zurück. Auf dem Weg runter sehen wir noch einen Solo-Koala und eine Mutter mit Baby-Koala. Wir können uns ja kaum losreißen, so süß sind die….

Eigentlich wollen wir dann noch etwas Strecke nach Norden machen, und fahren also einen Hungry Jack nördlich von Townsville an. Im Coles daneben wasche ich mir etwas Blut aus den Haaren, und da wird das Ausmaß der Beule sichtbar. Es sind doch eher 4 als 1 cm Riß im Skalp. Der nette Apotheker nebenan verrät uns die Adresse des Townsville Public Hospital, wir wir also etwas später vorstellig werden. Alles in allem geht es recht fix, eine nette junge Ärztin reinigt und klebt meinen Skalp wjeder zusammen und wundert sich, was ich denn mit dem Baum angestellt habe, dass ich mir so eine Wunde zuziehe…..

2 Stunden und 549 AUD später sind wir wieder draußen. Die Kinder schlafen zum Teil bereits und haben den Auftrsg, aufzuräumen, so lala ausgeführt. Dafür steht das Badezimmerfenster offen, als ich losfahre, und Schere es halt an der Parkschranke ab. Zum Glück lässt es sich wieder richten, bis auf eine abgebrochene Ecke, die wir wohl ersetzen müssen.

Wir fahren noch etwas nach Norden und kurz vor Ingheim geht es auf einem Rastplatz am Bruce Highway zur Nachtruhe…..

 

Samstag, 27.7 Caldwell, Mamu Canopy Walk, Atherton Table Lands

Nach einer idyllischen Nacht am Bruce Highway geht es relativ früh weiter nach Norden.  In Caldwell gibt es einen Abstecher ins Dorfmuseum, wo es eine interessante Ausstellung über das Unwesen der „Schwarzen Hand“ gibt - eine Verbrecherbande, die Schutzgeld erpresst hat. Von Italienern für Italiener sozusagen, wenn man von den Namen auf die Nationalität schließen kann. Außerdem ein deftiges Frühstück im Cardwell Deli Seaview Café. Von dort geht es weiter nach Norden, wir machen einen weiteren Stop im vielleicht schlechtesten Zuckermuseum der Welt - obwohl es sicher von der Zuckerindustrie bezahlt wird. Wir waren (30min vor Schließung) die erste Gruppe. Immerhin wissen wir jetzt ein wenig mehr über der Zuckerindustrie in Queensland. Weiter geht es landeinwärts, zum

Ma:Mu skywalk, einem Baumwipfelpfadim tropischen Regenwald der Tablelands. Tiere bekommen wir nicht zu Gesicht, aber wirklich viele Pflanzen, tolle Ausblicke und interessante Geschichten. Über die Falls von Millaa Millaa (die Kinder steigen nicht mal aus, dafür bekomme ich Applaus von dem Chinesen für das Starten und Landen der Drohne) und Mount Hypipamee Crater (sehr beeindruckend) geht es nach Atherton, wo wir uns den Campingplatz mit lauter Padimelons (kleine Waldkängurus) teilen. Und Nudeln mit Tomatensoße essen.