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2020-03-22 Corona Woche 1
Keine Ferien - keine Schule / Quarantänegruppe Desperados / Bericht aus Canada / Homeschooling

Dieser Abschnitt dreht sich nicht um das Bier, sondern das gleichnamige Virus. Vor einer Woche (am 11.3.) haben wir noch diskutiert, ob wir das Spiel Frankfurt gegen Basel besuchen, weil es ja noch nicht offiziell abgesagt war. Moni war darüber äußerst ungehalten und fand es unverantwortlich, das überhaupt in Betracht zu ziehen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Schließung der Schulen ab dem 16.3. wurde am Freitag verkündet, die Spiele wurden abgesagt und das öffentliche Leben ist seitdem auch immer weiter eingeschränkt worden.
Startpunkt der Corona Wochenzählung ist also der 16.3. :-)
Am Wochenende haben wir mit Justus, Max, Wieland und Nico (bzw. Den Eltern) eine QuarantäneGruppe gegründet. Diese wurde im Bethmann Park mit einem Desperados feierlich begossen. Am Sonntag waren wir dann erst mal alle gemeinsam am Main im Park. Es waren auch noch sehr viele andere Leute unterwegs, ob es wirklich Grüppchen Bildung gab wie bei uns oder sie sich alle bunt gemischt haben, ist nicht ganz klar.
Außerdem waren wir alle zusammen Samstagabend noch einmal im Restaurant essen, so richtig klar ist ja nicht, wie lange die Restaurants noch offen haben.
Am Montag ist dann Lea aufgebrochen, und wieder zurück nach Bayern zu fahren. Sehr schade, aber natürlich verständlich, zumal durch die Schulschließung der eigentliche Zweck ihres Aufenthaltes, nämlich das Praktikum in der Merian Schule, Jetzt auch weg gefallen ist.

Am Montag haben sich die Kinder noch Unterrichtsmaterial in der Schule abgeholt und seitdem sitzen sie zu Hause und sind mehr oder weniger fleißig. Noch ist keine große Entlastung im Haushalt erkennbar, obwohl sie jetzt ja wirklich viel Zeit hätten dafür, und der Enthusiasmus Hausaufgaben zu machen, ist auch noch sehr begrenzt. Aber zumindest der Dienstag und Mittwoch lief ganz gut, die Jungs haben fleißig mitgemacht und nachmittags gab es Sportprogramm oder einen Ausflug in den Park.

Bericht von Catie am Mittwoch 18.3.
„Also bevor die Schulen geschlossen wurden, hatte sich eigentlich praktisch nicht nichts geändert, jz sind eh noch 2 einhalb Wochen Ferien. Jetzt sieht man allerdings wie in de restaurants, die nur noch takeout anbieten und Cash Bezahlungen vermeiden. Wir fahren natürlich nicht mehr an Wochenenden nach Vancouver in die Stadt, wie wir es ein paar Mal gemacht haben und betreiben jetzt auch social distancing.
Mir und meiner Familie geht es soweit noch sehr gut, bis jetzt gehen wir uns noch nicht auf die Nerven.
Ich bin soweit froh, dass ich Grade in Kanada bin, weil hier noch nicht Quarantäne herrscht, aber das wird wahrscheinlich auch bald kommen, auch wenn es in Kanada noch erstaunlich wenige Tote gibt und "nur" rund 400 Fälle gibt insgesamt. Wir beschränken uns auf nur rausgehen zum frische Luft schnappen und spazieren gehen oder wenn es nötig ist und hoffen für das Beste.
Liebe Grüße aus dem sonnigen Kanada,
Catie“

19.03. die Situation grooved sich ein. Die kleinen Jungs (Desperadocitos) machen Vormittags Unterricht, gestern bei Holger an der menschenleeren Uni. Inkl. Skateboarding in der leeren Mensa und Escooter fahren auf dem Campus. Einzelne Recken fallen mit Lagerkoller aus. Immer zu viert ist auch zu viel. Ich bin von ca. 7 Uhr bis 19 Uhr im Büro, aber wir kommen gut voran und wappnen die Bank gegen die Krise. Und das Volk, denn wir sollen die Hilfen ja auszahlen. Trotzdem drehen Moni und ich noch eine Runde am Main (ich laufe, Moni fährt). Immerhin auch 10km, so wie auch am Dienstag schon. Danach dann etwas Normalität mit GNTM. Später am Abend telefonieren wir noch mit Colin, Caties Gastvater. Er sieht das ganze noch recht entspannt, obwohl auch British Columbia den Notfallstatus ausgerufen hat. Aber besser früher als später - vielleicht kommt Canada so um den größten Dreck drumherum. Catie ist jedenfalls immer noch der Meinung, dass sie dort bleiben möchte, auch wenn es vielleicht in ein paar Wochen nicht mehr gehen sollte.
Lukas wird von Steffi abgeholt und verbringt die Nacht in Walldorf. Mal schauen, wie lang das noch geht.

20.03. 19848 / 64 (Zahlen von John Hopkins University).
Bei der KfW haben wir heute innerhalb von 24 Stunden Passierscheine für alle MA ausgestellt. Die Kinder waren bei Patrizia zum Lernen und Tischtennis spielen (ohne Justus, der brauchte mal einen Tag Pause), Moni in einer WebEx nach der anderen, und Lukas in Walldorf. Abends haben wir gemeinsam Deadpool und die HeuteShow geschaut.

21.03. Samstag. Wir haben viel aufgeräumt (sieht man aber schon nichts mehr von) und nachmittags haben wir Moni geholfen, ihren Workshop für Donnerstag vorzubereiten. Christian, Nico, Lukas, Lea und ich waren als Versuchskaninchen per Zoom an einer Webkonferenz teilgenommen, dabei dann per Google Jamboard eine Aufgabe gelöst, die nächste Woche dann die Kunde von Moni lösen müssen. Nachdem die Technik erstmal stand, hat das auch ganz gut funktioniert und wir konnten relativ schnell die Aufgabe lösen und haben dann noch eine Feedbackrunde gemacht. Abends war ich dann mit Moni joggen - die übliche 10k Runde am Main, es gab ein vegetarisches Curry zum Abendessen und wir haben „Undespicable Me 1“ geschaut.

22.03. Sonntag. Heute sind wir mit der Familie endgültig ins 21. Jahrhundert vorgestoßen. Das erste vollständig virtuelle Familienfrühstück. Per Zoom wurden die Hannoveraner, die Gevelsberger und Catie aus Canada dazu geschaltet (die Berliner mussten scheinbar ausschlafen :-). Nach ein paar anfänglichen Technik-wacklern lief es recht stabil, und wir haben fast eine Stunde zusammen gegessen. Catie (bei der es immerhin 1 Uhr morgens war) sah sogar recht wach aus. Leider fliegt Lucia, ihre Austauschschwester, Dienstag nach Spanien zurück (was wir für ziemlichen Quatsch halten, ausgerechnet nach Madrid. Sie will aber immer noch da bleiben, und heute hat uns die CDG angeschrieben, dass sie empfehlen, dass alle Kinder die Rückreise antreten. Hmmmmm.

Nachdem wir den Morgen dann rumgegammelt haben, sind wir Mittags zu einem großen Spaziergang Richtung Lohrberg aufgebrochen. Zwischendurch haben wir noch ein Schwätzchen bei Uta&Jan gehalten (schön mit 5m Abstand), sind dann beim Huthpark aber abgedreht und statt rauf zum Lohrberg über Seckbach und am FSV Stadion vorbei wieder zurück. Am Ende immerhin auch 10,5km, und wir waren alle echt kaputt danach. Der Nachmittag ist gemütlich (wie so viele Nachmittage), und jetzt überlegen wir, was es zum Abendessen gibt….

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