Zurueck zum Kalender

 
2020-09-20 Pogo Greece

Sonntag 13.9. - Lavrion - Sifnos

Pünktlich um 00:30 am Sonntagmorgen kommt Das Taxi, dass Fabian und mich (John) zum Flughafen nach Hannover bringt. Mit Corendon Airlines geht es zuerst nach Kreta, von dort mit Sky Express weiter nach Athen. Sky Express sind übrigens auch schuld, dass unser Gepäck so leicht ist wie noch nie zuvor, maximal sind 8 kg Aufgebegepäck erlaubt (welches wir leicht überschreiten, aber mit moderaten 5€/Kilo doch mitnehmen können). Die wichtigen Sachen passen trotzdem rein. Um 10:00 Uhr sind wir in Athen, Taxifahrer Alexis holt uns pünktlich ab und wir fahren in die Olympische Marina nach Lavrion. Dort erwarten uns neben Sani, Motto und Roman (waren alle schon etwas früher da) auch gute 6 bft Wind und die Hermes 2, unsere Pogo 12.50. Netterweise haben Sani und Roman auch schon eingekauft und das Boot übernommen (und dabei sogar den fehlenden Wantenschneider und die Leckpfropfen eingefordert - darauf kommen wir später noch zurück), also gibt es eine Blitzeinweisung für mich in das Boot, wir schmeißen unsere Seesäcke in die Kajüten, und um kurz vor Mittag sind wir auch schon auf dem Weg. Der Wind prügelt uns ordentlich nach vorne, mit dem kleinen (!) Gennaker geht es mit 15-19 Knoten nach Süden. Auf einem Segelboot wohlgemerkt. Ziel ist die Insel Sifnos bzw. der dortige Hafen Kamares auf der Westseite. Es gibt es ein picobello Anlegemanöver von Fabian, chill & shower an Deck und dann ein Taxi in die Hauptstadt Apollonia, wo uns das Abendessen erwartet. Roman sucht uns sowohl ein nettes Restaurant und bestellt dann auch gleich, ein Job, den er den Rest der Reise nicht mehr los wird :-).

 

Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen.
Zurueck zum Kalender





Montag, 14.9. - Race around Paros (Siphnos - Despotikos) 76sm

Heute wollen wir nach Naxos. Baden, eine Runde joggen, und frühstücken, gegen 11:00 Uhr legen wir ab. Wir lassen Siphnos im Süden liegen und auch Paros und Antiparos werden im Norden umschifft. Der Wind ist meistens ganz ordentlich, diesmal fahren wir allerdings deutlich mehr am Wind und werden auch allesamt deutlich nasser als noch am Sonntag. Naxos erreichen wir gegen 18:00 Uhr, allerdings will uns der Hafenmeister keinen Platz im Hafen geben, und auf Ankern in der vorliegenden Bucht haben wir alle keine Lust, weil sie kaum Wind geschützt ist und es sicher eine sehr unruhige Nacht geworden wäre. Also fahren wir weiter nach Süden, zwischen Paros  und Naxos durch, zuerst mit Ziel Ios, was wir dann aber wieder verwerfen, und dann südlich von Paros nach Westen zu einer kleinen Bucht, die zwischen Antiparos und Despotikos liegt. Einen traumhaften Sonnenuntergang und eine Einfahrt in eine recht dunkle Bucht später liegen wir allerdings sehr schön unter einem sensationellen Sternenhimmel. Wir hüpfen ins Wasser, Essen unsere wenigen Vorräte und haben einen grandiosen Abend.

Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen.
Zurueck zum Kalender

Dienstag 15.9. Badetag (Despotikos- Milos Adamas)

Nachdem wir unsere Essensvorräte am Montag weitestgehend erschöpft haben, machen Sanni und ich uns am Dienstagmorgen um kurz vor 8 auf ins Wasser, um an Land Brötchen zu holen. Wie es sich für echte Navy Seals gehört, machen wir das natürlich nicht im Beiboot (das hätte man zu diesem Zweck aufblasen müssen), sondern wir schwimmen an Land, was uns vom nachbarlichen Ausflugssegler Szenenapplaus einbringt. Leider ist unser Ausflug nicht von sonderlich viel Erfolg gekrönt. Wir schwimmen zwar sehr schön, aber es gibt einfach keinen Bäcker, und der freundliche Herr in der Taverne, die wir immerhin ausfindig machen, weißt uns darauf hin, dass sie erst um 9 Uhr aufmachen. Und Brot können wir vor 9 Uhr auch nicht kaufen. So ist es dann halt. Dafür finden wir ein Schild mit Hinweisen auf das zweiälteste Heiligtum Griechenlands nach Delos, welches sich auf Despotikos befindet. Merker: Nächste Jahr nicht erst um 22 Uhr ankommen :-)

 

Anschließend geht es weiter nach Westen, wir machen einen Badestopp in einer traumhaften Bucht bei 36°44'52.2"N 24°38'18.4"E vor Poliegos (Insel der vielen Ziegen) auf halbem Weg nach Milos. Sanni und ich schwimmen an Land, die anderen einmal ums Schiff herum, wir machen etwas Brotzeit und fahren anschließend gemütlich nach Milos.

 

Heute gab es auch tatsächlich mal etwas Stress mit den Segeln. Der sogenannte Code Zero, ein großes Leichtwindsegel, vertüddelt sich noch vor dem Setzen, dafür bekommen wir später den Gennaker nur in einer Art Not-Op runter, weil sich die "Kloschüssel" vom Bergeschlauch löst, man aber den Schlauch nicht mehr ziehen kann, weil die Holeleine an der Kloschüssel hängt. Irgendwie bekommen wir es aber doch runter und wir kommen heil in Milos an, wo wir gleich von Jockel aus dem bayerischen Yachtclub abgeholt und zu Romans Mutter Ida gefahren werden. Die wohnt oben in Plaka mit einer traumhaften Aussicht auf den Sonnenuntergang, es gibt Ouzo zum Auftakt, einen tollen Sonnenuntergang, wir bewundern die Kirche, in der Roman getauft wurde und danach ein tolles Abendessen bei Phatses vor dem historischen Museum in Plaka. Roman macht wieder einen sehr guten Job bei der Essensauswahl, also lassen wir ihn einfach machen. Die Musiker (u.a. der ehemalige Dorfpolizist von Plaka) macht die Hintergrundbeschallung und spielt u.a. das Lieblingslied von Ida. In dem Lied geht es  Um eine Krebs Mama, die fremd geht, und ihre Babies weinen ganz bitterlich….

😱 Βασίλης Τσιτσάνης Μαρίκα Νίνου 😱Τα καβουράκια - 1955

 

Ein sehr gutes Abendessen später geht es in den Hafen zurück, Roman zieht nochmal mit einer Bekannten los und wir gehen in die Kojen.

Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen.

Zurueck zum Kalender




Mittwoch, 16.9. - Sportag (Milos Adamas - Sifnos Gialos)

Der Morgen beginnt sportlich. Sanni und ich gehen die große Bucht entlang Joggen, die Jungs derweil einkaufen und aufräumen, dann frühstücken wir und auf geht es nach Osten, Richtung Sifnos. Zuerst fahren wir mutigerweise noch Vollzeug (und auch, um Romans Mutter zu beeindrucken, die unsere Ausfahrt ja super beobachten kann - und auch hat, wie sie später am Telefon erzählte). Allerdings haben wir dann an der Ausfahrt der großen Bucht dann doch gerefft, und weil der Kahn sich gegen den Wind unheimlich schwer tat, später dann auch noch die Genua gegen den das Stagsegel getauscht. Und siehe da, schon hatten wir 20 Grad weniger Lage und sind 2kn schneller. Ohne größere Vorkommnisse fahren wir nach Sifnos, diesmal auf die Südseite nach Platis Gialos.

Ein wunderbarer kleiner Hafen, in dem Sanni und ich erstmal quer über die Bucht schwimmen (wir haben schließlich einen Ruf zu verteidigen), wir treffen Motto und Roman am Strand, es gibt tolle Duschen und ein wunderbares Dinner im Omega 3. Wie der Name andeutet, gibt es Seafood in allen Variationen, das schön angerichtet und in angemessenem Abstand kommt, so dass es ein sehr schönes und ruhiges Abendessen wird (wir arbeiten noch daran, dass der Skipper auch langsam isst, aber er behauptet beharrlich, dass er Seeigel-Ceviche nicht 20x kauen kann. Kann man doch, und Fabian wird das auch noch schaffen :-)). Wir schlendern gemütlich zurück und nutzten noch einmal die ausgesprochen tollen und sauberen Facilities (EU-Förderung ist doch auch zu was gut). Hinter dem Wellenbrecher liegt eine riesige Segelyacht, die wir noch ein Weilchen bewundern, und wir lassen den Abend in der Plicht ausklingen.

Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen.
Zurueck zum Kalender



Donnerstag, 17.9. Rollertag (Sifnos - Serifos)

Für heute ist wenig bis kein Wind vorher gesagt, weil der sich aus Libyen hocharbeitende Hurricane (auch Medicane genannt) und der aus Norden kommende Meltemi sich neutralisieren. Darum brechen wir früh auf (wir können weder Joggen noch Schwimmen :-( ) und tuckern mit dem Diesel in den Sonnenaufgang. Der angeblich noch morgens wehende Rest-Meltemi (nur deswegen sind wir ja so früh aufgestanden) hält sich allerdings sehr in Grenzen. Wir schaukeln so vor uns hin, immerhin schaffen wir es dann doch noch, den Code Zero zu setzen (merken für das nächste Mal: Reffleine über die Bug-Klampen belegen und beim Ausrollen beide Enden unter Spannung halten!), und sogar der große Gennaker kommt noch einmal zum Einsatz (für ca. 5 Minuten, dann sehen auch wir ein, dass es einfach keinen Zweck hat), und gegen Mittag sind wir dann in Livadi auf Serifos. Bei den ersten beiden Vermietstationen haben wir kein Glück (die erste hat keine 50er Roller, und will uns wegen fehlender Führerscheine keine 125er geben), die zweite hat zwar genug Roller, aber an diesem Tag ist Saisonende, daher kann man 5 vor dem Laden stehenden Touristen auf keinen Fall noch Roller leihen, aber der dritte Verleih gibt uns die gewünschten Gefährte. Zum Glück sind es 125er, weil man mit 50ern auf der doch sehr hügeligen Insel wirklich nicht zurande gekommen wäre.

Erster Stopp auf dem Weg ist der Strand Agia Sostis, eine Doppelbucht mit Meer an beiden Seiten (stimmt nicht ganz, erster Stopp ist der Souvlaki-Laden Polyphem an der Strandpromenade). Weiter geht es über das Kloster im Norden der Insel (dürfen wir nicht rein - unsere Hosen sind allesamt zu kurz), eine kleine Kapelle (Google Maps tituliert sie als Kirche Prophet Elias, auf den Schildern stand aber was anderes) und den White Tower of Serifos um den Rest der Insel bis nach Chora. Wir schlendern durch die Altstadt, nehmen einen Ouzo auf dem Platz und gehen anschließend in Livadi am Strand essen (bin mir nicht mehr ganz sicher, müsste Mpakakaki gewesen sein). Lustigerweise werden wir von oben noch Zeuge davon, wie der Fährkapitän einen Doughnut am Hafenbecken dreht - nicht weit von unserem Boot entfernt.

Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen.
Zurueck zum Kalender


Freitag, 18.9. Gennaker zurück ( Serifos  - Lavrion) -

Sannis uns mein Plan, nach Chora hoch zu joggen, stellen wir erst einmal noch ein Jahr zurück. Die Navy Seals Schwimmen  stattdessen einmal über die Bucht, Joggen dann mit einem kleinen Umweg zurück, während die anderen Herren erstmal frühstücken gehen. Zum Glück waren bei Fabian und Roman die Augen größer als es der Waistline gut tut, und so war für Sanni und mich  noch ausreichend übrig.

 

Nach kurzem Aufklaren ging es auch schon raus, kurz nach Süden und dann raumschots mit dem Gennaker nach Norden, weil der „Medicane“ (die Mittelmeervariante des Hurricane) nicht nur Südwind brachte, sondern auch ganz wunderbare 4-5bft aus der richtigen Richtung. Also zeigte und Roman mal, was man mit so einem Boot machen kann, wenn man den richtigen Wind und Steuermann hat. Topspeed 18.1kn, andauernd im Surf und ständig eine nasse Buchse. Sanni und John hatten dann noch eine grandiose und sehr nasse Zeit im Bugkorb. Leider hat Fabian unsere signalisierte Bitte nach der Dose Bier nicht verstanden, und irgendwann mussten wir uns dann doch mal trockenlegen. Naja, sofern man bei dem Boot von trockenlegen reden kann.

 

Viel zu schnell waren wir dann in der Gasse nach Lavrion (merken fürs nächste mal: keine Düse, man kann also den Gennaker stehen lassen), und bei auflandigem Wind legte Fabian ein 1a Anlegemanöver hin, bei dem er u.a. den doch recht breiten Hintern ca. 15cm an der neben uns liegenden Pogo vorbeischob. Was Roman zu dem spontanen Kommentar nötigte,  Fabian habe die härtesten Eier, die er kenne.

 

Anschließend wieder chill&shower im Cockpit, wir genießen den Sonneuntergang, den letzten 6-Pack FIX, machen die Chips und Pistazien und die sonstigen Reste nieder. Die Rückübergabe geht sehr schnell. Einer Crew, die bei der Übernahme des Schiffes auf Wantenschneider und Leckpfropfen besteht, vertraut man anscheinend blindlings, also geht der Charter-Rep kurz über Deck und ist dann auch schnell wieder weg. Irgendwie zwischendurch verschwindet mal jemand zum Duschen oder packen, und jeder bereitet sich seelisch moralísch auf den letzten Abend vor

 

Abendessen gibt es bei To Steki Tou Mina. Lecker, viel, Roman macht mal wieder einen outstanding Job und wir philosophieren über die verschiedenen Stärken unserer Crew-Mitglieder (siehe unten), Crew Shirts und ähnlich wichtige Dinge.

 

Außerdem hat Roman angekündigt, dass er nächstes Jahr wieder in seine kurze Segelhose passen wird. Die nur für das Protokoll :-)

Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen.
Zurueck zum Kalender

 

Samstag, 19.9. Back Home (Lavrion - Frankfurt/München)

Um 05:00 klingelt der Wecker. Das macht aber auch nichts, denn wir sind alle schon vorher auf. Ich zum Beispiel, weil ich draußen im Cockpit schlafe und es um 04:30 derartig anfängt zu schütten, dass ich fluchtartig den Weg nach innen antrete. Auch der Rest der Crew wird durch das Getrommele und die auf anderen Booten ausgelösten Alarmanlagen wach. Etwas still suchen wir die letzten Dinge zusammen, Motto wird einmal kurz von allen gedrückt (fliegt erst später), und um kurz vor halb sechs trotten wir 4 (Fabi, Roman, Sanni, ich) durch den immer noch sintflutartigen Wolkenbruch über den Pier nach vorne. Die knappen 250m reichen vollkommen aus, uns alle komplett zu durchnässen, mehrmals fährt das Taxi Schrittgeschwindigkeit durch knietiefe Pfützen. Ich persönlich bin ganz froh, dass Fabian auf dem Weg zum Flughafen den Smalltalk übernimmt (und ich glaube, Sanni und Roman ging es nicht anders). Am Flughafen wundert sich die Dame beim Check-In, dass wir alle so pladdernass sind, und die LH fliegt uns gemütlich nach Hause. Auf dem Flug werden noch ein paar Bilder getauscht, und Sanni setzt Roman und mich daheim ab.

 

Und damit ist die Reise dann tatsächlich beendet (naja, wenn man vom Wäschewaschen und so weiter absieht).

 

Schön war's!


Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen.
Zurueck zum Kalender